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Arbeitsmärkte im Wandel: Bremst die Rezession die Wirtschaft aus?

Coronavirus 11. März 2020 0


Wer nicht daran glaubte, wie volatil und unvorhersehbar unsere global vernetzte Wirtschaftsmaschinerie ist, wird nun eines Besseren belehrt: Ausgerechnet ein kleiner Einzeller sorgt derzeit dafür, dass weltweit Fabriken stillstehen: SARS-CoV-2, besser bekannt als das neuartige Coronavirus. Wie sollen sich Unternehmen nun verhalten?

Wirtschaftsmotor Deutschland: Sand im Getriebe

Es ist schon einige Zeit bekannt, dass der Wirtschaftsmotor Deutschland nicht mehr ganz so auf Hochtouren läuft wie in den letzten Jahren. Seit Monaten berichten die Medien von einer drohenden Rezession. Und erst im Januar vermeldete die Bundesagentur für Arbeit, dass die Zahl offener Stellen deutlich zurückgegangen sei. „Die konjunkturelle Schwäche hinterlässt weiterhin Spuren auf dem Arbeitsmarkt“, kommentierte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele, die Delle in der Statistik.

Angesichts der aktuellen Epidemie mit dem neuartigen Coronavirus hat sich die Situation verschärft. Weltweit stehen viele Fabriken still und Fließbänder laufen nicht mehr. Die wirtschaftliche Dürreperiode zeigt sich in vielen Branchen. Die Fluglinie Lufthansa kappte eine große Zahl ihrer Flugverbindungen und auch die Fahrzeugflotten vieler Logistikbetriebe bleiben in der Garage.

Stärkere Rezession als vorhergesehen?

Die Ökonomen der OECD warnen: „Falls sich die Krise nicht schnell abschwächt, wird die Wirtschaftsentwicklung auf globalem Niveau leiden“, ist in der Süddeutschen nachzulesen. „Je nach Szenario fiele die Wachstumsprognose nur noch halb so hoch aus wie bisher angenommen. (…) Für die Eurozone hieße das, zumindest vorübergehend mit Wachstumsraten auf dem Niveau der Euro-Schuldenkrise umgehen zu müssen.“

Was nun? Hierzulande reagieren viele Unternehmen auf die Flaute, indem sie Kurzarbeit anmelden. In anderen Fällen werden Arbeitszeit- und Überstundenkonten geleert. Im schlimmsten Fall drohen Entlassungen. Allessamt Instrumente, die sich in vergangenen Krisen bewährt haben, sagt Professor Michael Knörzer, Leiter des HR:Lab bei APRIORI und Studienleiter an der eufom Business School in Frankfurt: „Der Personalabbau dürfte in erster Linie die untere Ebene der internen Arbeitsmärkte betreffen. Das obere Management, Experten- und Projektlaufbahnen werden weniger ausgedünnt. Hier versuchen Unternehmen auch in Zeiten des Abschwungs Humankapital zu sichern.“ Aber macht dieses Vorgehen auch dieses Mal Sinn?

Nach dem Coronavirus kommt die Qualifikationskrise

Die Alternative: Gerade jetzt könnten Unternehmen in schnelllebigen Sektoren wie dem Engineering, der IT oder den Life Sciences die Chance nutzen und in arbeitsarmen Zeiten in die Arbeitsfähigkeit der eigenen Mitarbeiter durch Upskilling investieren: Lernen also statt Arbeitszeiten zu kappen und Arbeitnehmer nach Hause zu schicken.

Denn alles weist darauf hin, dass die  Coronavirus-Krise zeitlich beschränkt ist. Aber was danach auf die Unternehmen zukommt, die nicht vorbereitet sind, ist für die eigene Wirtschaftlichkeit genauso bedrohlich. Und zwar in Form einer Qualifikationskrise in bislang unbekanntem Ausmaß. Der Hintergrund: Gerade in den genannten High-Tech-Bereichen bedroht die zunehmende Automatisierung viele Arbeitsplätze. Eine Studie der Organisation for Economic Cooperation and Development schätzt, dass rund 46 Prozent der aktuellen Jobs infolge der Digitalisierung entweder wegfallen oder durch andere ersetzt werden.

Arbeitswelt der Zukunft verlangt nach anderen Skills

Denn in der Arbeitswelt der Zukunft werden andere Skills gefragt sein als heutzutage. Dazu gehören branchenübergreifend etwa Kenntnisse über künstliche Intelligenz (KI), Robotik und das Internet der Dinge. Doch derartige Kompetenzen sind heute schon heute Mangelware. Daher gehen Arbeitsmarktexperten davon aus, dass viele Stellen im Hochqualifizierten-Bereich bald nicht mehr besetzt werden können.

Das Gegenmittel: Upskilling, also die „Höherqualifizierung“ der eigenen Mitarbeiter. Dabei ist allerdings zu beachten: Upskilling ist nicht dasselbe wie eine Umschulung oder Fortbildung. Hier geht es jeweils um mit kurzfristige Wissenszuwächse für bestimmte Lerngruppen. Upskilling ist dagegen als eine langfristige und umfassende Initiative zur Umsetzung von anwendbarem Wissen in produktive Ergebnisse zu verstehen. Es geht also darum, eine Kultur des lebenslangen Lernens zu etablieren, damit Arbeitnehmer dauerhaft für eine Berufswelt gewappnet sind, in der sich Anforderungen permanent wandeln. Umso größer ist das Innovationspotenzial eines Unternehmens.

Kultur des lebenslangen Lernens etablieren – trotz Coronavirus

Dass es gerade in Krisenzeiten Sinn macht, in die eigene Innovationsfähigkeit zu investieren, zeigt eine Analyse auf Basis quantitativ-wissenschaftlicher Methoden des Investment Advisors ALPORA. Dieser zufolge investieren Innovationsführer in umsatzschwachen Phasen in neues Wissen oder neue Produkte, um sich nach der Krise am umkämpften Markt behaupten zu können.

Nur die Poor Performer sparen an diesem Treibstoff für die Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens und müssen dann tatenlos zusehen, wie der Wettbewerb auf der Überholspur an ihnen vorbeirauscht, hat die Konjunktur erstmal wieder angezogen.  Antizyklisch zu denken, zahlt sich also aus. Und wann, wenn nicht jetzt, wäre die beste Gelegenheit, in die Talente der eigenen Mannschaft zu investieren? (Bild: Photo by Campaign Creators on Unsplash)


HR:LAB BY APRIORI

Dieser Artikel stammt aus dem HR:Lab von APRIORI. Wir haben den Anspruch, Sie bei Ihrer Personalarbeit mit Arbeitsmarktnews und Tipps rund um die Personalbeschaffung und das Talent Management zu unterstützen und basteln in unserem HR:Lab permanent an neuen Ideen und Konzepten. Teil des Konzepts ist es auch, Sie mit wissenswerten Blogbeiträgen an unserem internen Wissen teilhaben zu lassen. Unsere Personalberater wirken dazu regelmäßig an unseren Artikeln mit.

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