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Gehalt in der IT: IT-Fachkräfte gewinnen, Manager verlieren

5. Mai 2021 0


  • Gehalt in der IT: Viele IT-Experten haben in 2020 von einem spürbaren Gehaltsplus profitiert, aber längst nicht alle.
  • Durch die Coronakrise steigerte sich vor allem die Nachfrage nach ausführenden Experten.
  • IT-Manager zählen in puncto Gehalt hingegen eher zu den Verlierern der Pandemie.

 Stärkere Digitalisierung von Produktions- bzw. Geschäftsprozessen

Der ganze Arbeitsmarkt hat im vergangenen Jahr in der Corona-Krise gesteckt. Der Ganze? Nein! Eine bestimmte Berufsgruppe konnte der Abwärtsentwicklung mit vehementer Resistenz trotzen. Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom waren 86.000 Stellen für IT-Fachkräfte Ende 2020 unbesetzt. Das entspricht einem deutlich höheren Wert als in vielen anderen Bereichen.

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass die Digitalisierung in der deutschen Wirtschaft stark an Bedeutung gewonnen hat. „Die Krise hat sich nachweislich als Digitalisierungstreiber ausgewirkt“, sagt Professor Michael Knörzer, Leiter des HR:Lab bei APRIORI. „Jede Investition von Organisationen in die eigene IT-Infrastruktur ist eine Investition in die Zukunft, denn Unternehmen immunisieren sich über digitale Arbeitsweisen nicht nur gegen Corona, sondern auch gegen potenzielle zukünftige Krisen in der analogen Welt. IT-Fachkräfte gehören somit zu den extrem nachgefragten Humanressourcen auf dem Arbeitsmarkt.“

Digitalisierung: Es brennt an allen Ecken und Enden

Wie sehr es in puncto Digitalisierung brennt, zeigte sich zu Beginn der Coronapandemie zum Beispiel im Gesundheitswesen: Schon zu einem frühen Zeitpunkt der Pandemie stand fest, wie wichtig eine nahtlose Verfolgung von Infektionsketten ist. Entscheidend dafür ist die schnelle Übermittlung von Befunden nach der Testung von Betroffenen. Wären Labors, Gesundheitsämter und Arztpraxen von Anfang an zuverlässig miteinander vernetzt gewesen, hätte der Datentransfer binnen Sekunden geschehen können. Die Realität sah und sieht jedoch anders aus. Gesundheitsämter hantieren oft noch mit Faxgeräten oder versenden Befunde per Post. Damit geht wertvolle Zeit verloren. Das zeigt: Im Zweifel kann Digitalisierung Leben retten.

 


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Der “Preis” für Arbeitskräfte, sprich: deren Vergütung, gehört zu den wichtigsten strategischen Parametern, wenn es darum geht, betriebswirtschaftlich fundierte Entscheidungen über das Personal, z.B. Personalauf- oder -abbau, zu treffen. Ähnlich wie am Aktienmarkt oder bei Beschaffungspreisen für andere Inputfaktoren bestehen dabei neben generellen Trends kurzfristige Schwankungen. Unsere Marktanalyse beschäftigt sich sowohl mit diesen langfristigen Trends, aber auch den Gehaltsstrukturen über verschiedene Karriereebenen.
Zum Download>>>


 

Dieses Beispiel ist kein Einzelfall! Der Bedarf an IT-Fachkräften besteht über alle Branchen hinweg. Viele Unternehmen haben ihre Mitarbeiter zu Beginn der Pandemie ins Home-Office geschickt. Dazu mussten sie sehr schnell IT-Infrastrukturen für Remote-Work aufbauen. Allerdings geschah dies oftmals nur behelfsmäßig. Entsprechend müssen die IT-Landschaften nun optimiert und professionalisiert werden – inzwischen dürfte auch dem letzten Zweifler klar geworden sein, dass Remote-Work ein fester Teil in der Arbeitswelt der Zukunft sein wird.

Neue IT-Bedarfe in allen Bereichen

Das hat massive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Waren IT’ler vor der Krise schon heiß begehrt, sind sie es jetzt umso mehr. Und das hat natürlich seinen Preis. Daher sind die Gehälter in der IT im vergangenen Jahr weiter angestiegen – trotz Krise. Das ist das Ergebnis der APRIORI-Studie „Vergütungstrends: Dienstleistungen in der Informationstechnologie“, die Professor Michael Knörzer zusammen mit Co-Autor und APRIORI-Vorstand Sebastian Berblinger veröffentlicht hat.

Professor Knörzer: „Nach unseren Schätzmodellen hat sich der durchschnittliche Branchenlohn in der zweiten Jahreshälfte 2020 auf etwas mehr als 73.000 EUR gesteigert.“ Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer leichten Schwankung nach oben.

Welche IT-Fachkraft verdient wie viel?

Was bedeutet das konkret innerhalb der einzelnen Berufsgruppen? Zu den Top-Verdienern in der IT gehören laut des Hamburger Vergütungsspezialisten Compensation Partner die folgenden Berufsgruppen:

  • Das Gehalt eines IT-Beraters liegt mit durchschnittlich rund 78.700 Euro am oberen Einkommenslevel.
  • Das Gehalt von IT-Security-Experten rangiert bei 73.900 Euro.
  • Das Gehalt von Mobile Programmieren rangiert bei 73.150 Euro.
  • Backend-Entwickler können in der IT mit einem Gehalt von 71.250 Euro rechnen.
  • 900 Euro Gehalt erzielt ein IT Projektmanager.
  • 730 Euro Gehalt fließen im Schnitt einem Scrum Master aufs Konto.

Das Schlusslicht unter den IT-Fachkräften bilden die Mitarbeiter in der Datenbankadministration mit einem Gehalt von 49.400 Euro und im Anwender-Support mit einem Gehalt von 44.650 Euro. Damit stagnieren die IT Gehälter im Support.

Das Interessante dabei ist jedoch, dass sich Gehaltszuwächse im letzten Jahr innerhalb der verschiedenen Leistungsgruppen der IT-Experten extrem unterschiedlich auswirkt haben dürften. Zwar erhalten Führungskräfte in der IT ein durchschnittliches Gehalt von 106.000 Euro brutto im Jahr und verdienen damit gewiss nicht schlecht. Allerdings dürfte diese Gruppe am wenigsten von dem Gehaltsaufschwung der Branche profitiert haben.

Gehalt in der IT Branche: ungleichmäßige Gehaltszuwächse in Leistungsgruppen

„Laut der Erkenntnisse aus unserer Studie dürften Aufsichtsräte und Arbeitnehmer mit leitender Stellung in der IT mit ihrem tendenziell höheren Anteil flexibler Vergütungsbestandteilen die Gruppe innerhalb der IT gewesen sein, die als einzige unter den negativen wirtschaftlichen Entwicklungen in 2020 gelitten haben. Hier konnten Quartalsziele in großen Teilen nicht erfüllt werden, was die Gehaltsbandbreite in dieser Gruppe schmälert“, resümiert Sebastian Berblinger. „Die von uns errechneten Gehaltszuwächse in der IT-Branche entfallen daher besonders stark auf die Leistungsgruppen ohne Führungsverantwortung, die ein hohes Fixgehalt beziehen. Die realen Gehaltszuwächse dürften hier zwischen 1,5 bis zu drei Prozent betragen, was nicht unerheblich ist.“

Diese Entwicklungen müssen künftig von Unternehmen bei der Gehaltsverhandlung mit IT-Fachkräften einkalkuliert werden. Berblingers Empfehlung: Arbeitgeber, die nach IT-Experten suchen, sollten jetzt noch die Gunst der Stunde nutzen. „Die Krise führt derzeit in sehr geschwächten Bereichen zu einer erhöhten Freisetzung von IT-Talenten. Diese sind universal in allen Branchen einsetzbar und noch auf dem Arbeitsmarkt verfügbar. Sie wollen vor allem eines: Schnell wieder in Lohn und Brot – zur Not auch zum alten Marktpreis. Sind diese erst mal vom Wettbewerb „abgefischt“, wird es umso schwerer und umso teurer, Fachkräfte für das eigene Unternehmen zu finden.“ Die Zeit ist also reif zu handeln.

 


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