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IT-Gehälter: Remote Worker haben 2021 das Nachsehen

1. Oktober 2020 0


  • Bereits im Jahr 2019 hat sich das Gehaltswachstum von IT-Fachkräften verlangsamt und stagnierte 2020 auf hohem Niveau wie eine aktuelle APRIORI-Studie zum Thema IT-Gehälter zeigt.
  • Unsere Prognose: Trotz spürbarer Erholung der Wirtschaft und einem erhöhten Digitalisierungsbedarf in allen Branchen könnten IT-Gehälter in bestimmten Bereichen weiter sinken.
  • Das betrifft in erster Linie den massiv steigenden Bereich der remote Worker, deren Preis in der Kostenkalkulation von Unternehmen neu bewertet werden muss.

IT-Gehälter: Die Entwicklung 2019 – 2020

Im ersten Halbjahr 2020 erlebte die deutsche Wirtschaft eine bislang ungekannte Talfahrt. Der Hauptauslöser war zweifellos Corona. Doch ein Schwächeln der gesamtwirtschaftlichen Leistung kündigte sich bereits Ende 2019 an. „Die sich 2019 abkühlende Konjunktur machte sich sogar in der besonders umkämpften IT-Branche in tendenziell sinkenden Gesamtvergütungen bemerkbar“, resümiert Professor Michael Knörzer, Leiter des HR:Labs von Apriori und Mitautor der frisch erschienen Studie Vergütungstrends 2020 – Dienstleistungen in der Informationstechnologie, die diese Entwicklung abbildet.

Jetzt, da sich der Wirtschaftsmotor langsam wieder warm läuft, der Bund geht immerhin von einer Steigerung des Bruttoinlandsproduktes um über 4 Prozent in 2021 aus,  sollte die Talsohle aber durchschritten sein. Gerade in der IT. Das jedenfalls sollte man meinen. Denn während des Lockdowns machte sich die in vielen Unternehmen vernachlässigte Digitalisierung schmerzlich bemerkbar. Entsprechend werden IT-Fachkräfte in den kommenden Monaten gefragt sein wie nie. Und da die Nachfrage bekanntlich den Preis bestimmt, dürfte die IT-Gehälter-Trendnadel bald wieder nach oben ausschlagen.

 

Beeinträchtigt die Remote-Arbeit die IT-Gehälter?

Das sieht Co-Autor der Studie und Apriori-Vorstand Sebastian Berblinger anders. Er vermutet, dass die Gehälter in bestimmten Bereichen weiter sinken könnten. „Es gibt naturgemäß nicht ‚den einen‘ Preis – etwa für einen SAP-Berater, Software-Entwickler oder Systemarchitekten, sprich eine Art Standardgehalt, sondern je nach Region oder Größe des Unternehmens oder Verantwortungsbereich und Berufserfahrung des Mitarbeiters viele ‚Einzelpreise‘, die insgesamt die Lohnstruktur des internen Arbeitsmarktes eines Unternehmens bestimmen“, sagt er. „Denkbar wäre es, dass in Zukunft ein weiterer Faktor Einfluss auf das Gehaltsgefüge haben wird. Nämlich, ob die Arbeit remote oder vor Ort erbracht wird. Diesen Trend kennen wir schon seit längerer Zeit aus dem Freelancer-Umfeld. Hier bieten IT-Freiberufler Leistungen, die sie remote abarbeiten, günstiger an. Warum sollte der erhöhte Komfort, der mit der Remote-Arbeit einhergeht, nicht auch ein Anreiz für Festangestellte im IT-Sektor sein, die eigene Arbeitsleistung günstiger anzubieten.“

Dass diese Diskussion früher oder später geführt werden könnte, steht für Berblinger außer Frage. Denn der Trend geht ganz klar in Richtung Remote-Arbeit. Tatsächlich hat sich die Corona-Pandemie wie ein Katalysator auf das Thema die Remote-Arbeit ausgewirkt. Immer mehr Angestellte arbeiten an einigen Tagen der Woche oder ganz in den heimischen vier Wänden. Tendenz steigend. Unternehmen kommen diesem Wunsch nach, um Bürokosten zu sparen, keine aufwändigen Hygienekonzepte vor Ort ausarbeiten zu müssen und um durch flexible Arbeitsoptionen insbesondere jüngere Mitarbeiter zu begeistern.

IT-Experten dürften von dem Wandel direkt profitieren. Wo, wenn nicht in der IT, könnte das Angebot, remote zu arbeiten, schneller und einfacher umgesetzt werden? Hier sitzt man schließlich technisch wie fachlich an der Quelle. Wir diskutieren 3 Faktoren, wie sich diese Entwicklung auf die Gehälter von IT-Experten auswirken könnte.

 

3 Gründe, warum IT-Gehälter 2021 sinken könnten

#1 Arbeitgeber preisen einen Risikoabschlag für remote worker ein

In Deutschland sind anforderungsorientierte Lohnmodelle die Regel. Bedeutet: Sie sind an eine definierte Leistung gekoppelt, die innerhalb einer bestimmten Zeit erbracht wird. Benötigen Arbeitnehmer weniger Zeit, kann das Aufgabenspektrum flexibel ausgedehnt werden. Dieses Modell geht bei Remote Workern nicht auf. Denn der Arbeitgeber hat keinerlei Kontrolle darüber, ob die vereinbarte Arbeitsleistung die anberaumte Arbeitszeit ausfüllt oder nicht. Gut möglich, dass Arbeitgeber künftig einen „Risikoabschlag“ für eine potentielle Unterbeschäftigung einpreisen.

 

#2 Remote Worker erfordern einen höheren Führungsaufwand

Die Führung virtueller Mitarbeiter geht mit einem deutlich höheren Führungsaufwand einher:

  • Vorgesetzter und Team kommunizieren überwiegend über Videoconferencing-Systeme, Chatmodule, E-Mails, Telefon und Projektmanagement-Tools.
  • Das erschwert den Aufbau vertrauensvoller Beziehungen und ein motivierender Teamspirit bildet sich nur schwer aus.
  • Hinzu kommt, dass kulturelle Unterschiede und Vorerfahrungen leicht zu Missverständnissen und zu unterschiedlichen Interpretationen von Aufgaben und Rollen führen.

Damit die Führung virtueller Teams gelingt, müssen Führungskräfte entsprechend geschult werden. Sie müssen lernen, effektiv zu kommunizieren, Aufgaben zu verteilen und diese zu kontrollieren. Hinzu kommt, dass sie die effektive Nutzung aller digitalen Kanäle und Tools erlernen müssen. Noch sind Unternehmen aber nicht angemessen auf diese E-Leadership-Thematik vorbereitet, schicken ihre Arbeitnehmer aber bereits reihenweise ins Home-Office.

Das birgt Risiken. Zum Beispiel, dass Aufgaben doppelt angegangen werden, während andere liegen bleiben. Betriebe könnten die potenziell damit einhergehenden wirtschaftlichen Ausfälle abfedern, indem sie die Gehälter ihrer virtuellen Mitarbeiter um eine Risikopauschale reduzieren. Gleichzeitig müssten die Einkommen auf der Managementebene anziehen, weil neue Kompetenzprofile aufgebaut werden, die mit einer Mehrleistung einhergehen. Und Mehrleistung muss auch bezahlt werden.

 

#3 Virtuelle Arbeit könnte mit Produktivitätsverlusten einhergehen

Virtuelle Teams bergen ein weiteres Risiko. HR-Experte Michael Knörzer betont: „80 Prozent der Kommunikation innerhalb einer Arbeitsgruppe ist spontan. Da ist der kurze Small Talk morgens auf dem Flur, der gemeinsame Gang zur Kantine, das unvermittelte Meeting zwischendurch oder das gemeinsame Brainstorming, wenn etwas nicht klappt, wie es klappen sollte. Bei all dem entstehen nachweislich die innovativsten und kreativsten Ideen.“

Remote Worker arbeiten aufgrund ihrer räumlichen Distanz jedoch erheblich selbstorganisierter. Eine Kollaborationsstruktur aufzubauen, bei der der Austausch von Wissen einen ähnlich großen Stellenwert einnimmt wie in Präsenzteams, ist unter diesen Bedingungen erheblich schwieriger. Das kann zu Produktivitätsverlusten führen. Knörzer: „Die damit einhergehende geringere Innovationsdichte virtueller Arbeitnehmer ist ein weiterer Faktor, der sich negativ auf das Gehalt auswirken könnte.“

 

Diskussion: Wird das Cafeteria-Modell um weitere Faktoren bereichert?

Diese Vorüberlegungen legen nahe, dass Arbeitgeber das Cafeteria-Modell, in dem sie ihre Vergütungsstrukturen abbilden, um den Faktor der Remote-Arbeit erweitern. Unter dem Cafeteria-Modell ist ein Vergütungsmodell im Personalwesen zu verstehen, das Mitarbeitern individuelle Wahlmöglichkeiten offenlässt. Ähnlich dem Selbstbedienungsprinzip in einer Cafeteria suchen sich Mitarbeiter aus einer Bandbreite an Angeboten das für sie passende aus. Die bezogenen Leistungen werden mit dem Gehalt verrechnet.

Dabei handelt es sich klassisch um:

  • Zeitangebote: Urlaubsangebote, flexible Arbeitszeiten
  • Geldangebote: Steuerbegünstigungen, Betriebsaktien, Kapitalanlagen
  • Versicherungen: Arbeitsunfähigkeit, Lebensversicherung, Unfallversicherung
  • Weitere Angebote: Dienstwagen, Firmeneinkäufe

Gut möglich, dass Arbeitgeber das Cafeteria-Modell schon bald um weitere Wahlmöglichkeiten ergänzen:

  • Präsenzarbeit
  • Hybridarbeit, also eine Mischung aus virtueller Arbeit und der Arbeit im Büro
  • Remote-Arbeit

Das Prinzip: Je nachdem, wie hoch der Präsenzanteil ausfällt, umso höher das Gehalt. Aufgrund der dargestellten Gründe könnten Unternehmen dazu übergehen, unterschiedliche Gehaltskombinationen anzubieten.

Wir möchten Sie mit diesem Beitrag herzlich einladen, mit uns zu diskutieren. Was meinen Sie? Wohin werden sich Gehälter im IT-Segment entwickeln? Die aktuellen Gehaltstrends rufen Sie in unserer Studie Vergütungstrends 2020 – Dienstleistungen in der Informationstechnologie ab.

 


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