Bewerben

Persönliche Daten eingeben
Daten merken

Daten hochladen
Datei Hochladen

Mitarbeiterentwicklung: Ist die klassische Schulung oder Weiterbildung tot?

Mitarbeiterentwicklung 9. Februar 2017 0


Ist die klassische Schulung oder Weiterbildung tot? Wer sich heute fortbilden will, schaut sich eher auf Youtube ein passendes Tutorial an, sucht im Netz nach Tipps oder tauscht sich in einer Fach-Community aus. Denn es geht in der Mitarbeiterentwicklung immer mehr darum, Wissen punktuell und kurzfristig aufzufrischen. Der Haken: Es dauert mitunter lange, in der unstrukturierten Masse an Informationen im WWW die richtigen Inhalte aufzuspüren. Neue Lernformen sollen nun den Weg zu neuem Wissen ebnen.

Mitarbeiterentwicklung: Neue Lernformate

Der Hintergrund: Digitale Anwendungen haben die Arbeitswelt erobert. Sie machen Prozesse schneller und effizienter. Das ist gut. Die Kehrseite der Medaille: Der Anwender, der Mensch, ist im permanenten Wettlauf mit der Zeit. Nicht nur, weil immer mehr Aufgaben in zunehmend kürzerer Zeit bewältigt werden müssen. Sondern auch, weil das dafür notwendige Wissen immer schneller veraltet.

Das hat mehrere Gründe. Zum einen entwickeln sich digitale Prozesse permanent weiter. Durch immer neue Programmupdates werden sie zum Beispiel Stück für Stück verschlankt. Und der Anwender muss mithalten, sich immer wieder in neue Anwendungen und Abläufe einarbeiten und mit immer neuen Geräten arbeiten. Das sorgt für Druck. Denn heutzutage ändern Hard- als auch Software-Anwendungen ihr Gesicht rasend schnell.

Mitarbeiterentwicklung: Routine gehört der Vergangenheit an

Vorbei also die Zeiten, in denen Arbeitnehmer einmal angelernt wurden und dann ihr Leben lang die gleichen Routinen verrichteten. Werden Routinearbeiten aber zunehmend zur Angelegenheit der IT, führt das auch inhaltlich zu Veränderungen. Dem Menschen bleibt über kurz oder lang nur noch der Bereich der Wissensarbeit: Er ist die Instanz, die Prozesse strukturiert, organisiert, plant, strategisch denkt und Kreativarbeiten erledigt.

Insofern kommt neben der digitalen auch der inhaltlichen Qualifizierung der Beschäftigten eine immer größere Bedeutung zu, wie etwa der der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in einer aktuellen Studie zum Thema „Industrie 4.0 – Qualifizierung 2025“ warnt: Belegschaften müssen kontinuierlich weiterqualifiziert werden, um für Industrie 4.0 gerüstet zu sein. Mitarbeiterentwicklung ist also das Thema unserer Zeit.

Doch eben das ist nicht so einfach. Denn das klassische Training, das langfristig angelegt ist und in Teilen auch Wissen vermittelt, das nur rudimentär oder gar nicht benötigt wird, wird den Bedingungen der modernen Arbeitswelt nicht mehr immer gerecht. In einer Welt, in der sich Gegebenheiten immer wieder und sehr kurzfristig ändern, sind Lernformen gefragt, die kurzfristig und sehr gezielt ein bestehendes Wissensdefizit ausgleichen.

Online-Lernen könnte zum Standard werden

Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich im Bereich der Mitarbeiterentwicklung daher Lernformate, die schnell und einfach in den Arbeitsalltag zu integrieren sind und schnelle und vor allem sehr konkrete Hilfestellung bei bestehenden Problemen bieten.

Das Netz ist voll von Tutorials, Webinaren und selbstgedrehten Filmchen. Des Rätsels Lösung scheint also gefunden. Doch halt! Die Krux an der Sache ist nämlich: Häufig muss man sich durch eine ganze Menge so genannter Expertenvideos klicken, um die Spreu vom Weizen zu trennen und auf Inhalte zu stoßen, die wirklich nützlich sind.

Eine gute Mitarbeiterentwicklung setzt das passende Umfeld voraus

Viele Angebote sind auch darauf ausgelegt, kurze, oberflächliche Wissenspritzen zu geben. Geht es dann ans Eingemachte, werden Zahlungen in horrender Höhe fällig. Die Zeit, die für die unstrukturierte Suche nach Inhalten drauf geht, macht den Zeitvorteil, den Online-Kurse eigentlich bieten, schnell wieder zunichte. Führungskräfte stehen vor der Frage: Welche Lernformen kann ich meinen Mitarbeitern anbieten, die genau auf ihre Bedürfnisse eingehen?

Neben der passgenauen Auswahl der entsprechenden Lernmethoden wird eine weitere Herausforderung darin bestehen, ein Arbeitsumfeld zu gestalten, in dem diese Anwendung finden können. Dazu gehören neben moderner Hard- und Software zum Beispiel auch Nischen, in die sich Arbeitnehmer ungestört zum Wissenserwerb zurückziehen können oder Meetingräume, die technisch optimal ausgestattet sind und eine Mischform zwischen online- und offline-Trainings ermöglichen. Nur wenn die neuen Formate regelmäßig angewendet werden, gehen die Grundgedanken der einzelnen Ansätze auch in die DNA des Unternehmens ein und entfalten ihre volle Wirkung.

Mitarbeiterentwicklung: Welche neuen Lernformen gibt es?

Einige davon seien im Folgenden einmal vorgestellt. Beginnen wir mit dem MOOC. Die Abkürzung MOOC steht für Massive Open Online Course und bezeichnet eine spezielle Form von Onlinekursen mit unbegrenzter Teilnehmerzahl zu einem speziellen Oberthema und mit einem Zeitplan.

MOOCs kombinieren traditionelle Formen der Wissensvermittlung wie Videos, Lesematerial und Problemstellungen mit Foren, in denen Lehrende und Lernende kurzfristig miteinander kommunizieren und Gemeinschaften bilden können.

Die Teilnehmer entscheiden selbst, ob und in welcher Weise sie sich einbringen. Werden sie aktiv, erstellen sie selbst weitere Materialien, etwa in Form von Blogbeiträgen, Tweets, Videos oder Podcasts.

Sie werden dem Kurs zur Verfügung gestellt und können kommentiert, diskutiert oder erweitert werden. Auf diese Weise entsteht eine Vernetzung zwischen Lernenden und deren Inhalten. Der Vorteil: Das große Expertennetzwerk kann sehr schnell und rasch bei bestehenden Problemen helfen – landes- und grenzübergreifend.

„Social Learning“ ist Trumpf

Eine analoge Form von MOOCs gibt es auch in kleinerer Form mit weniger Teilnehmern. Hier spricht man von einer Online Learning Community, die zum Beispiel hauptsächlich aus Mitarbeitern eines Fachbereichs bestehen kann.

Bei diesem „Social Learning“-Ansatz geht es um einen schnellen, informellen, selbstorganisierten und vernetzten Austausch. Mit dem Ziel, Informationen zu einem bestimmten Thema zu vermitteln, Interessen zu vertiefen und eigene Erfahrungen mit anderen zu teilen.

Solche „Online Learning Communitys“, die allen Mitarbeitern offenstehen, können sich zu einer bedeutenden Form der internen Weiterbildung entwickeln. Das Wissen ist stets aktuell und kann im Austausch mit anderen kontinuierlich parallel zur Arbeit aufgefrischt werden.

Eine „Online Learning Community“ kommuniziert nicht zwangsweise nur über die klassischen sozialen Netzwerke, sondern bedient sich auch Tools wie dem „WiseMapping“. „WiseMapping“ ist ein Open Source Tool und ein Beispiel für Technologien, die zur Erstellung visueller „Mindmappings“ oder „Wissens-Netze“ dienen.

Sie können in Internetseiten, Blogs oder Dokumente eingebunden werden. Die Möglichkeit, Maps gemeinsam mit anderen zu bearbeiten und zu exportieren, macht die Anwendung optimal für kollaboratives Lernen und Arbeiten.

Gamification: Lernen darf Spaß machen und soll es auch.

Lernen wird aber nicht nur kurzfristiger, kleinteiliger und kollaborativer, sondern auch spielerischer. Lernen darf Spaß machen und soll es auch. Umso höher ist die Chance, dass sich neue Inhalte schnell in den Köpfen der Mitarbeiter verankern.

Spielerische Komponenten beim Online-Lernen wie Quizzes, spezielle Wissenswettbewerbe oder strategische Lernspiele werden deshalb immer beliebter.

Fazit: In einer Umwelt, in der Wissen stets im Fluss ist, müssen Lernangebote dies ebenso sein. Einiges wird sich durchsetzen, anderes durch neue Formate ersetzt werden. Willkommen in der Digital Economy – dem Zeitalter der Beschleunigung und Unbeständigkeit. Was Arbeitnehmer sich daher  zuallererst aneignen sollten: Wandelbarkeit und eine gewaltige Portion an Offenheit für Neues.

Wenn Ihnen unser Beitrag gefallen hat, freuen wir uns, wenn Sie diesen weiterempfehlen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Nichts mehr verpassen und jetzt zum Newsletter anmelden! Anmelden

KONTAKT

  FRANKFURT

APRIORI – business solutions AG
Friedrich-Ebert-Anlage 49
MesseTurm 24. Etage
60308 Frankfurt

  BERLIN

APRIORI - business solutions AG (WeWork) Potsdamer Platz – Kemperplatz 1 10785 Berlin (Mitte)

Haben Sie Fragen zu unseren Dienstleistungen oder zu einer ausge- schriebenen Stelle? Rufen Sie uns gerne direkt an oder kontaktieren Sie uns über das Kontaktformular. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden zurück.