Bewerben

Persönliche Daten eingeben
Daten merken

Daten hochladen
Datei Hochladen

Future Leadership: Kein Management-Stein bleibt auf dem anderen

16. November 2017 0


Führung in einer voll digitalen Welt wird nichts mehr mit dem zu tun haben, was Manager bis dato kennen. Stichwort: Future Leadership.

Die Arbeitswelt wird sich in den nächsten 10, 20 Jahren dramatisch verändern. Der zunehmende Einsatz von Robotern und die voranschreitende Automatisierung werden viele Arbeitsplätze mit sich reißen. Betroffen sind alle Hierarchieebenen. Auch das Management.

Natürlich werden nicht alle Führungs-Aufgaben durch Maschinen subsituiert. Aber so viel steht fest: Das, was übrig bleibt, wird nichts mehr mit dem zu tun haben, was man bislang unter Personalführung verstand. Willkommen in der Welt des Future Leadership.

Future Leadership: Massiver Wandel im Management bahnt sich an

Der Reihe nach. Eine große Vernichtung von Arbeitsplätzen aufgrund technischer Neuerungen ist historisch nicht neu. Schon bei den früheren industriellen Revolutionen brachen branchenübergreifend Einsatzbereiche für den Menschen weg. Während uns die Industrialisierung körperliche Arbeit abgenommen hat, kratzen die digitalen Errungenschaften nun an den geistigen Jobs.

Das bereitet selbst etablierten Managern Sorgen: Werden auch sie überflüssig? Abwegig ist das nicht gänzlich. Schon heute tracken zum Beispiel moderne Systeme im Bereich der Lagerarbeit, wie effizient Mitarbeiter ihren Dienst machen, wann sie zur Arbeit kommen, wann sie wieder gehen und wie aktiv sie in der Zwischenzeit waren. Auch die Fehlerquote wird ermittelt oder Arbeit automatisch zugeteilt. Wozu bedarf es da noch einer Führungskraft?

Oder nehmen wir das Recruiting: Längst gibt es effiziente Systeme, die Personalleitern die Personalauswahl erleichtern, indem sie die gesuchten Skills gegen die vorhandenen Talente eines Bewerbers abgleichen und eine Handlungsempfehlung abgeben.

Auch in der Medizin tut sich was. Hier tüftelt man an Künstlichen Intelligenzen, die den menschlichen Arzt bei der Findung einer Diagnose unterstützen, indem sie in Windeseile die Daten aus der Krankenakte mit im Netz verfügbaren Studien, Erfahrungsberichten und Fallbeispielen abgleichen und eine exakte Behandlungsempfehlung abgeben. Machen Entwicklungen wie diese vielleicht auch den HR-Chef oder den Chefarzt bald obsolet?

Arbeitsmarkt: Massive Veränderungen stehen bevor

Hierauf gibt es kein klares „Ja“ oder „Nein“ als Antwort. Wie alles im Zeitalter 4.0 ist die Sache komplex und muss differenziert betrachtet werden. Es ist schon richtig: Der deutsche Arbeitsmarkt steht nach Prognosen von Arbeitsmarktforschern vor einer massiven Veränderung.

Rein rechnerisch fallen mit der sogenannten Wirtschaft 4.0 bis 2025 unter dem Strich aber kaum Arbeitsplätze weg. Hunderttausende von Beschäftigten müssen sich allerdings beruflich völlig neu orientieren, wie aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht.

Nach Modellrechnungen der Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit werden bis zum Jahr 2025 rund 1,5 Millionen Arbeitsplätze durch den Computer ersetzt, zugleich entstehen aber rund 1,5 Millionen neue.

Unterschied zwischen Management und Leadership

Betreffen wird das natürlich in letzter Instanz auch das Management, wobei man hier zwischen Managern und Leadern unterscheiden muss. Management – versteht man darunter das Bewältigen vorhersehbarer Probleme durch intelligente Planung, das Analysieren vorliegender Zahlen, Daten und Fakten und das Ziehen logischer Schlussfolgerungen. Oder auch die Erhebung von An- und Abwesenheiten, das Dokumentieren von Zielvereinbarungen – all das wird weitgehend wegfallen.

Managen kann der Computer mit seiner künstlichen Intelligenz nämlich perfekt: Er löst definierbare Probleme, kontrolliert und analysiert. Führungskräfte, die sich rein auf diese Skills verstehen, werden daher künftig schlechte Karten haben.

Diese Aufgaben werden über kurz oder lang Maschinen erledigen – alles, was digitalisiert und automatisiert werden kann, wird digitalisiert und automatisiert. Das wird so manchen Teamleiter-, aber auch so manchen Posten im mittleren Management obsolet machen.

Leadership kann nicht automatisiert werden

Unwahrscheinlich ist es dagegen, dass auch der Personalleiter oder der Chefarzt ihre Hüte nehmen müssen. Jeder, der nicht nur verwaltet und administriert, sondern gestaltet und entwickelt, ist nämlich auch in Zukunft unersetzbar. Denn darin ist der Roboter äußerst beschränkt. Er kann nicht mit dem Unvorhersehbarem umgehen. Das ist das Hoheitsgebiet des Menschen.

Der Computer hantiert mit Zahlen, Daten und Fakten, die bereits da sind. Neues erschaffen kann er nicht. Aber der Mensch. Indem er herumtüftelt, ausprobiert, schlussfolgert, ableitet und experimentiert. Ergo: Gestalter, Entrepreneure und Innovatoren haben über alle Ebenen hinweg nichts vor der Technik zu fürchten.

Future Leadership: Die Kernelemente

Doch was bedeutet es für den Manager, wenn sowohl auf seiner als auch  in unteren Hierarchieebenen administrative Prozesse zunehmend wegfallen und der einzelne Mitarbeiter kreativ arbeitet? Ganz einfach. Er konzentriert sich auf den verbleibenden Part seiner Kernaufgaben: Leadership.

Dabei geht es vor allem darum, Personen oder ganze Teams, die kreativ und gestaltend arbeiten, anzuleiten, gemeinsam neue Ideen auszuarbeiten und bestehende Herausforderungen in Gruppen lösen. Das gelingt dann, wenn Future Leader das individuelle Potenzial ihrer Mitarbeiter erkennen und deren Fähigkeiten sowie ihr Wissen miteinander perfekt verbinden.

Dazu muss der Future Leader die Beziehungsdichte in seinem Team erhöhen, die Kommunikation verbessern und mehr Austausch über alle Bereiche hinweg schaffen.

Ihm wird es auch obliegen, die daraus resultierenden Wissens- und Ideenströme in geordnete Bahnen zu lenken: Zum Beispiel, Ideen, die etwas taugen, von denen zu unterscheiden, die weniger gewinnbringend erscheinen und so den Ideenfindungsprozess zu lenken und zu einem Ergebnis zu steuern.

Future Leadership: Die Führungskraft als Weichensteller

Future Leadership wird nicht mehr mit fixen Lösungen und festen Schemata oder Strukturen funktionieren. Leader können sich nicht mehr vor ihr Team stellen und sagen: „Ich weiß, wie es geht.“ Im Mittelpunkt wird für sie die Frage stehen: Wer sitzt mit welchen Fähigkeiten und welchem Potenzial an welcher Stelle?

Leader müssen die richtigen Personen an die richtigen Positionen setzen und ihnen die Aufgaben und das Umfeld geben, die perfekt zu ihnen passen. Dann wird etwas Großes entstehen.

Jemand, der etwa innovativ und kreativ ist, muss den Raum haben, sich auszuleben und Neues auszuprobieren. Das müssen Future Leader erkennen und ihnen die richtigen Bedingungen verschaffen.

Future Leadership: Wie gelingt die Transformation vom Manager zum Future Leader?

Die große Frage in punkto Future Leadership wird aber zunächst sein:

  • Wie nehmen wir die Beschäftigten in diesem Prozess mit und leiten sie dazu an, selbst kreativ zu werden?

Leicht wird das nicht sein. Nehmen wir einmal den 40-jährigen Arbeitnehmer. Psychologisch gesehen hat dieser in den vergangenen 15 bis 20 Jahren überwiegend ungünstige Erfahrungen damit gemacht, offen zu sein, Verantwortung zu zeigen und mitzudenken.

Er wurde 20 Jahre zum genauen Gegenteil angeleitet. Und nun soll alles anders werden? Das geht nicht über Nacht. Angehende Future Leader müssen ihre Mitarbeiter auf diese Transformation vorbereiten.

Future Leadership: Die Veränderung beginnt beim Manager selbst

Damit dieser Veränderungsprozess gelingt, müssen sie zunächst bei sich ansetzen. Denn nur wer selbst in der neuen Rolle angekommen ist, kann andere anleiten, eine neue Funktion zu übernehmen.

Also müssen sie hinterfragen:

  • Habe ich ein Menschenbild, dass die Verantwortung, Selbständigkeit und Eigeninitiative von Mitarbeitern fördert?
  • Kann ich andere zur gemeinsamen Ideenfindung einladen?
  • Kann ich sie ermutigen, trotz Rückschlägen weiterzumachen?
  • Kann ich sie inspirieren, sich selbst zu übertreffen?
  • Kann ich sie inspirieren, das Unmögliche zu denken?

Viele werden diese Fragen mit „Nein“ beantworten. Daran, das zu ändern, sollten sie in Führungskräftetrainings arbeiten, wollen sie in der digitalen Welt bestehen.

Future Leadership: Manager müssen an sich arbeiten

Der eine mehr, der andere weniger hart. In den Unternehmen arbeiten schließlich auch im Management unterschiedliche Menschen, die in ganz unterschiedlichen Unternehmenskulturen erwachsen geworden sind.

Von den Machtkulturen in den 70er, 80er Jahren bis zu einer offenen, führungs- und hierarchielosen Kultur. Für alle gibt es jedoch nur die eine Chance: Nach vorne blicken, nie zurück. Sonst tippt einem vielleicht doch irgendwann der Roboter auf die Schulter, um Aufgaben zu übernehmen…

Wenn Ihnen unser Beitrag gefallen hat, freuen wir uns, wenn Sie diesen weiterempfehlen
52

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  • Engineering
Engineering: Der Arbeitsmarkt für Ingenieure
  • Karriere Job
  • Leadership und Management
  • Recruiting
Arbeitnehmerüberlassung: Wie Personaldienstleister die Beratungsszene aufmischen
  • IT
  • Karriere
  • Life Sciences
  • SAP
Cultural Diversity: Warum Vielfalt die Innovationskraft stärkt
  • Allgemein
  • IT
  • Karriere
  • Life Sciences
Raus aus dem Innovators Dilemma: So gewinnen Sie den Wettbewerb um Innovationen

Nichts mehr verpassen und jetzt zum Newsletter anmelden! Anmelden

KONTAKT

Haben Sie Fragen zu unseren Dienstleistungen oder zu einer ausge- schriebenen Stelle? Rufen Sie uns gerne direkt an oder kontaktieren Sie uns über das Kontaktformular. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden zurück.

069-668050175

FRANKFURT

APRIORI – business solutions AG
Friedrich-Ebert-Anlage 49
MesseTurm 24. Etage
60308 Frankfurt

BERLIN

APRIORI - business solutions AG (WeWork) Potsdamer Platz – Kemperplatz 1 10785 Berlin (Mitte)

Simple Share Buttons