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Neue Arbeitswelten: Biotech – die Designerjobs der Zukunft

biotech 26. März 2018 0


Während sich hierzulande Biotech Betriebe noch Gedanken machen, wie sie überhaupt die digitale Transformation bewältigen können, entsteht im amerikanischen Sillicon Valley die Vorstufe zur nächsten fundamentalen Transformation: Software aus dem Reagenzglas. Biologie und IT verschmelzen und eröffnen nie da gewesene Möglichkeiten. Die Frage ist nur: Wie lange haben hiesige Tech-Unternehmen dieses Mal Zeit, sich anzupassen? Und woher kommt fähiges Personal?

Biotech Branche: Große Entwicklung werfen ihre Schatten voraus

Alles fing mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms an. Vor rund 15 Jahren gelang dem US-Genforscher Craig Venter das bis dahin Undenkbare: Er hatte es geschafft, die DNA auszulesen. Komplett. Eine Sensation. Noch einmal eineinhalb Jahrzehnte später lässt sich DNA neu „programmieren“. Biotechnologen sind heute in der Lage, die natürlichen Inhalte auf der Doppelhelix-Struktur gegen digitale Inhalte zu tauschen. Fertig ist der perfekte Bio-Chip.

Schon länger war IT-Experten klar, dass die Speicherkapazitäten herkömmlicher Chips aus Silizium irgendwann ausgereizt wären. Nun scheint das perfekte Ausweichmaterial gefunden: Bio meets Tech. Prozessoren aus Silizium haben das 20. Jahrhundert geprägt. Das Speichermedium des 21. Jahrhunderts ist die DNA. Sie ist um ein Vielfaches kleiner und birgt doch so viel mehr Platz für Daten.

Sensation: Biotechniker programmieren DNA um

Theoretisch lassen sich Informationen so dicht in ihr ablegen, dass alle digitalen Daten der Menschheit in einem Einfamilienhaus Platz hätten. Für die Technologie der nächsten Dekaden eröffnet das eine Vielzahl an Möglichkeiten. Es gibt Visionen, denen zufolge Forscher aus DNA biobasierte Computer bauen.

Mit DNA als Rechenmaschine wären diese Supercomputer schneller und schlauer als alles, was wir bislang kennen und könnten hochkomplexe mathematische Probleme und vielleicht sogar die großen Fragen der Menschheit lösen.

Ende der Massentierhaltung und des Klimawandels

Die Visionen gehen aber noch in eine andere Richtung: Die DNA lebender Organismen oder einzelner Zellen könnte umprogrammiert werden. Die Ideen reichen von Bakterien, die statt ihrer herkömmlichen Exkremente umweltverträgliche Treibstoffe produzieren oder Fleischzellen, die sich im Reagenzglas zum schmackhaften Steak vermehren. Auch Rohstoffe wie Leder, Seide oder Milch könnten auf diese Weise entstehen. Kein Tier müsste mehr dafür sterben. Und die Massentierhaltung hätte ein Ende.

Befürworter der Technik loben angesichts dessen schon das Ende des Welthungers und des Klimawandels herbei. Skeptiker warnen dagegen von der menschlichen Steuerung der Evolution und vor der Unabsehbarkeit der langfristigen Folgen für Mensch, Tier, Ökosystem und den ganzen Planeten.

Und das sicher nicht ohne Grund. Man erinnere sich nur an die Diskussion über genveränderte Maissorten, welche zunächst für harmlos befunden, sich aber letztlich als gefährlicher Eingriff in die Natur herausstellten. Experimentiert der Mensch nun mit digitalisierter DNA zeitgleich in den verschiedensten Bereichen, ist der Eingriff in die Natur umso größer und dessen Folgen sind umso schwerer einschätzbar.

 Disruption in der Biotech Szene: Schöne neue Arbeitswelt ….?

So oder so wird die Entwicklung aber kaum mehr aufhaltbar sein. Sie ist längst angestoßen: Nicht nur, dass zig Startups in Laboren auf der ganzen Welt neue Tech-Erfindungen zusammenbrodeln. Auch die Großen sind auf den Zug aufgesprungen – häufig ein Zeichen dafür, dass Trends einen ernstzunehmenden Kern haben. 2020 schon will Microsoft den ersten Prototypen eines kommerziellen DNA-Speichers in einem seiner Rechenzentren aufstellen. Es bleibt aber abzuwarten, wohin die Reise geht. Genaueres ist nicht bekannt.

Absehbar ist dagegen, was die neue Technik mit den Biotech-Arbeitsmärkten dieser Welt anstellen wird, wenn sie sich durchsetzt: Disruption in Reinkultur. Digitales auf DNA zu programmieren und dazugehörige Produkte zu entwickeln, dürfte der Designerjob der Zukunft sein. Ganz ohne Zweifel. Dieser wird von Arbeitnehmern aber mindestens ebenso zweifelsfrei völlig neue Kompetenzen in den Bereichen Biologie und Technologie fordern.

Biotech-Jobs der Zukunft:  Es gibt keine passende Ausbildung

Für viele Jobs der Zukunft gibt es aus heutiger Perspektive aber noch nicht einmal Ausbildungsmöglichkeiten. Wenn es sie überhaupt je geben wird: Dazu sind die jeweiligen Aufgaben, die es zu bewältigen gilt, einfach zu speziell. Hinzu kommt: So schnell, wie sich die Dinge entwickeln und weiterdrehen, ist es fraglich, ob sich das klassische Ausbildungsmodell, wie es heute etabliert ist, überhaupt noch lange hält. Was etwa, wenn eine neue Ausbildungsform schon wieder veraltet ist, bevor sie etabliert ist?

Umso wahrscheinlicher ist es deshalb, dass schulische, universitäre und betriebliche Bildung in Zukunft stark modularisiert stattfindet. Erste Tendenzen dahin zeichnen sich bereits ab. Nach einem allgemeinbildenden wissenschaftlichen Studium folgt heute oft ein Training on the Job, in dem ein Neuankömmling im Betrieb alles Spezifische lernt, was er für seine Arbeit braucht. Und da sich gerade im Biotech-Bereich die Dinge schnell wandeln, ist lebenslanges Lernen hier längst Pflicht.

Biotech als Arbeitgeber: Innovative Lernkulturen schaffen

Dieses findet zunehmend gezielter und nicht mehr nach dem Gieskannenprinzip statt: Firmen können es sich nicht mehr leisten, Mitarbeiter tagelang für Seminare freizustellen, in denen vielleicht 10 Prozent des vermittelten Wissens für ihren hochspezifischen Arbeitsalltag relevant sind und 90 Prozent davon pure Zeitverschwendung. Dafür ist der Konkurrenz-Druck in den Märkten einfach zu stark.

Stattdessen müssen Wissenslücken so fundiert wie nur möglich geschlossen werden, sobald sie entstehen. Oder besser noch: Im Grunde dürfen sie erst gar nicht entstehen, was kontinuierliches Training voraussetzt. Nur so geraten Prozesse nicht ins Stottern und ist immer der beste Output eines Mitarbeiters sichergestellt.

Betriebsklima: Der Biotech-Arbeitnehmer der Zukunft steht unter unvergleichlichem Erfolgsdruck

Gleichzeitig steht damit der Arbeitnehmer der Zukunft unter unvergleichlichem Erfolgsdruck. Dieser kann ihm nicht genommen, aber doch zumindest abgefedert werden. Etwa durch eine Arbeitsplatzgestaltung, die in technischer Hinsicht nichts zu wünschen übrig lässt und ein Betriebsklima, das eine Wohlfühlatmosphäre in den Vordergrund rückt. Auch Karriereperspektiven sind entscheidend. Ansonsten ist die Gefahr des Abwanderns riesig. Das können sich Unternehmen immer weniger leisten.

In Zeiten des Fachkräftemangels müssen Biotech-Arbeitgeber schon heute ihre Mitarbeiter jeden Tag wieder neu für sich begeistern und sie langfristig an sich binden. Das ist umso wichtiger, weil es gerade in den Bereichen Biotech und IT an handfestem Nachwuchs fehlt und der nächste Job schon heute nur noch einen Mausklick auf den Bewerben-Button in der Stellenanzeige des Traumarbeitgebers entfernt ist.

Arbeitgeber sollten hier nicht zu entspannt in die Zukunft blicken. Heute beherrschen noch Programmierer für Java oder PHP den digitalen Kosmos. Bald sind Bioinformatiker die Stars. Ihnen allen sollten sie die passenden Bedingungen bieten. Heute schon. Und in Zukunft umso mehr.

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