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Neue Philosophie verspricht: Mehr Glück für gestresste Manager!

8. Mai 2018 0


Ausgesprochen wird es „hügge“, übersetzt wird es mit „Gemütlichkeit“. Doch die dänische Glücksphilosophie Hygge ist mehr: Gefühl, Lebenseinstellung und fester Bestandteil im Leben vieler Dänen. Hygge beschreibt eine Lebensart, in der man bewusst das Schöne des Lebens genießt. Etwas, von dem jeder gerne eine Portion abhaben möchte. Gerade in der dauerbeschleunigten und überkomplexen Arbeitswelt von heute. Ist Hygge das Glücksrezept für gestresste Manager und Arbeitnehmer?

Hygge: Kerzen, Decken und viel Schokolade 

Kerzen, Decken und Schokolade – darauf wird Hygge gerne reduziert. Doch das ist falsch. Die Dänen, die die Lebenseinstellung geprägt haben, gelten nicht deshalb als eine der glücklichsten Gesellschaften der Welt, weil sie jährlich sechs Kilogramm Kerzenwachs verbrennen oder mit 8,2 Kilogramm verzehrter Schokolade pro Kopf und Jahr den europäischen Durchschnittskonsum um das doppelte überschreiten.

Das mögen Faktoren sein, die auch bedingen, dass die Dänen wiederholt den ersten Platz beim UN-Glücksreport belegten: 2016, 2013 und 2012. Aber Hygge ist mehr als nur Schokolade in sich hinein zu stopfen und Kerzen abzubrennen – Hygge ist eine Lebensphilsophie, die durch ihre Einfachheit besticht und dadurch vor allem eine Wohltat für gestresste Manager- und Fachkräfteseelen sein dürfte: Einfach mal entspannen. Und das ist bitter nötig.

Nimmt Hygge dem steigenden Druck in der Arbeitswelt den Dampf?

Denn der Druck in der Arbeitswelt ist groß und steigt gerade in den Bereichen, in denen sich die High Potentials bewegen, zusehends. Die Digitalisierung hat die Geschwindigkeit im Unternehmensalltag verändert. Prozesse sind agil und wandeln sich schnell. Teams kommen in Projekten zusammen und trennen sich nach kurzer Zeit wieder. Parallel verändern sich Arbeitsinhalte und -schwerpunkte schnell und schneller. Wer heute die Position eines Entscheidungsträgers bekleidet, wünscht sich manchmal nur eines: Stillstand. Nur ganz kurz.

Eigentlich sollte dafür in der Freizeit Platz sein. Doch der Ausbruch aus dem Hamsterrad gelingt oft nicht. Gerade junge, aufstrebende Karrieristen setzen alles daran, ihr ganzes Leben dahingehend zu optimieren, dass die perfekte Karriere gelingt und überlassen dabei nichts dem Zufall.

Das Internet wimmelt daher nur so von Tipps, wie der moderne Arbeitnehmer seinen Alltag so optimieren kann, dass er keine Sekunde seiner Karriere dem Zufall überlässt – das Privatleben inbegriffen.

Macht Selbstoptimierung glücklich?

Also wird der „Ausgleichs-Sport“ nicht betrieben, wenn man Lust dazu hat, sondern wenn der Biorhythmus in der besten Verfassung dafür ist. Nur so lässt sich der Körper für die Strapazen des Arbeitsalltags fit bekommen. Weiter geht’s mit gezielter Entspannung, gezielter Nahrungsaufnahme, gezielter Aufnahme neuen Wissens und, und, und. Selbstoptimierer erlegen sich ein ganz schönes Korsett auf – immer mit dem Ziel, perfekt zu performen. Aber ob sie dabei glücklich sind? Zweifelhaft!

Und nun kommen die Dänen leichtfüßig mit ihrem Hygge um die Ecke und zeigen: Glück und Karriere schließen sich nicht aus. Was steckt dahinter? Hygge lässt sich nur schwer definieren. Hygge ist ein Lebensgefühl, das vor allem in der Kunst besteht, das Glas halb voll statt halb leer zu sehen und sich bewusst Zeit zu nehmen für die Dinge, die einem guttun. Und das so konsequent wie möglich.

Arbeiten um jeden Preis – nicht immer zielführend

Ein Beispiel: In Deutschland müssen sich Fachkräfte oder Manger doofe Sprüche anhören, wenn sie „schon“ um 18 Uhr das Büro verlassen. In Dänemark leeren sich Büros konsequent ab 16 Uhr. Wer um 17 Uhr noch am Schreibtisch hockt, wird von den anrückenden Putzkolonnen mit mitleidsvollen Blicken bedacht. Nichtsdestotrotz sind die Dänen ein produktives Volk.

Vielleicht sogar gerade deshalb, weil sie das Leben anders anpacken als die Deutschen mit ihrem Überstunden-Wahn. Warum nicht die Dinge mal über Nacht liegen lassen? Oft gehen sie mit einer Mütze Schlaf und ein wenig Abstand deutlich schneller und einfacher von der Hand.

Positives bewusst wahrnehmen

Das ist auch schon das ganze Prinzip, das hinter Hygge steckt: Sich bewusst Gutes tun und sich Gutes bewusst machen. Wer also am Abend statt Mehrarbeit Sport macht, einen guten Film sieht, ein spannendes Buch liest, sich mit netten Menschen trifft oder früh ins Bett geht, geht am kommenden Tag unter ganz anderen Vorzeichen ans Werk: Positiver und entspannter. Dieses Gefühl kann durch Utensilien der Gemütlichkeit noch verstärkt werden. An dieser Stelle kommen dann endlich Kerzen, Decken und Schokolade ins Spiel.

Was Deutsche und Dänen außerdem unterscheidet: Dänen machen sich die Momente permanent bewusst, in denen es ihnen gut geht. Alle Viertelstunde sagt man: ,Ach, wie hyggelig.‘ Hat man einen schönen Abend verbracht, ist es auch dänische Tradition, sich noch mal per Mail oder Facebook zu bedanken und zu betonen, wie hyggelig es war. Das zieht sich manchmal über zwei Tage und hat einen autosuggestiven Effekt: Mein Leben ist schön! Sehen Sie? Schon gehen automatisch die Mundwinkel nach oben.

Das Jetzt und Hier wahrnehmen und genießen

Hygge erfordert also ein Bewusstsein und die Fähigkeit, das Jetzt und Hier wahrzunehmen und es zu genießen – auch im Arbeitsalltag. Wichtig dabei ist, positiv durch den Tag zu gehen und sich bewusst auch an kleinen Erfolgen zu erfreuen: Ein gutes Gespräch mit Kollegen, ein nettes Telefonat, eine zündende Idee, der Abschluss eines komplexen Projekts. Ziel sollte es sein, den Fokus weg vom Negativen hin zu dem zu lenken, was parallel dazu gut läuft.

Mehr ist Hygge nicht? Nein, mehr ist es nicht. Die Erfahrung zeigt aber, dass bereits dieses „bisschen  Hygge“ den Deutschen enorm schwer fällt. Nicht umsonst nehmen psychische Krankheiten im Job zu. Mitunter deshalb, weil der Fokus der Deutschen stark auf dem Negativen und dem Druck haftet, während Erfolgserlebnisse schnell verpuffen.

Wem es aber gelingt, das ins Gegenteil zu verkehren, wird mit einem deutlich unbefangeneren Lebensgefühl belohnt. Aber das verlangt Übung und Konsequenz. Dass es sich aber lohnt, steht außer Frage: Mehr als 5,7 Millionen glückliche Dänen lügen nicht.

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