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Tod des Home-Office! Oder doch nicht?

home-office 15. Dezember 2017 0


Vom Hype in die Versenkung: Stirbt das Home-Office den Tod, den viele Trends nach kurzer Zeit sterben? In den USA wenden sich zumindest immer mehr Firmen von ihm ab…

Silicon Valley: Die Abkehr vom Home-Office

Große Konzerne wie Apple, Facebook oder Google setzen darauf, ihre Angestellten an einem Ort zusammenzubringen und locken mit einzigartigen Vergünstigungen:

  • Kostenlosem Essen auf Sterneniveau
  • Freien Massagen
  • Einem Swimmingpool
  • Stresskapseln für den Power-Nap
  • Kinderbetreuungsmöglichkeiten

Manche zahlen sogar Boni, wenn Mitarbeiter in der Nähe wohnen.

Die Idee dahinter: Wer Schulter an Schulter arbeitet, tauscht sich öfter aus. Das bringt nicht nur den informellen Wissensfluss in Schwung, sondern auch die Kreativität. Denn unbestritten ist, dass sich Kreativität multipliziert, wenn Menschen mit hohem fachlichem und emotionalem Bezug zur Sache ihre Köpfe zusammenstecken.

Zusammenarbeit bringt die Kreativität in Fluss

Ganz zu schweigen davon, wie sehr Mitarbeiter die gemeinsame Arbeit an einem übergeordneten Ziel anspornt. Genau aus diesem Grund bilden sich Arbeitsgruppen unter Studenten oder haben sich Fortbildungsformen wie das Barcamp entwickelt.

Sie setzen auf die motivierende Sogwirkung, die eine positiv herausfordernde Teamarbeit entfalten kann. Im Wettlauf um das beste Ergebnis will keiner dem anderen unterlegen sein. Man strengt sich mehr an und die Ergebnisse fallen besser aus.

US-Firmen wie Reddit, Yahoo oder Best Buy haben in den vergangenen Jahren genau aus diesem Grund das Home-Office abgeschafft. Sie haben erkannt: In Betrieben, in denen Mitarbeiter ihre Aufgaben in großen Teilen oder komplett im Home-Office erledigen und nur noch via Videoschalte mit ihrem Team kommunizieren, entwickelt sich keine solch motivierende Firmenkultur mehr.

Denn via Skype sind alle Firmen gleich. Die Folge: Zuerst geht die Bindung verloren, dann die Motivation. Warum soll man sich für einen Arbeitgeber einsetzen, an dem einem nichts liegt? Genau das gilt es zu vermeiden. Daher punkten gerade die besonders erfolgreichen Unternehmen im Silicon Valley mit einer einmaligen Kultur und sind bekannt für ihre stylischen Büros: So bleiben sie für ihre Mitarbeiter einzigartig und sind nicht austauschbar.

Firmen wenden sich zunehmend vom Home-Office ab

Schluss mit der freien Wahl des Arbeitsplatzes hieß es daher auch vor kurzem ausgerechnet bei dem Pionier in Sachen Home-Office: IBM. Bis zum Jahr 2009 stieg dort die Zahl der 100-prozentigen Heimarbeiter kontinuierlich an und lag letztlich bei 40 Prozent der Belegschaft, die sich über die gesamten Vereinigten Staaten verteilte.

Nun wurden Hunderte von US-Heimarbeitern an ihren angestammten Arbeitsplatz zurückbeordert. Viele werden umziehen oder pendeln müssen. Hat damit das Ende der Home-Office-Ära begonnen?

Eindeutig beantworten lässt sich diese Frage nicht. Dennoch dürfte es auch hierzulande für Führungskräfte interessant sein, sich damit auseinanderzusetzen, was die Kollegen in den amerikanischen Headquartern dazu bewogen hat, sich so immens vom Home-Office abzuwenden.

Home-Office: nicht jedermanns Sache

Ausgangspunkt dürfte die Erkenntnis gewesen sein, dass das Home-Office definitiv nicht jedermanns Sache ist, und dass es sich für viele Berufe und auch Positionen nicht eignet.

Trotz all seiner Vorteile: Flexibilität, geringere Pendlerzahlen, ein ruhigeres Arbeitsumfeld. Auf Dauer kann Home-Office aber auch sehr einsam und damit frustrierend sein. Natürlich sollte es dem einzelnen Wissensarbeiter ab und an vergönnt sein, sich im ruhigen heimischen Umfeld hochkonzentrierten Aufgaben zu widmen – das ist nicht die Frage.

Doch dem Büro dauerhaft fernzubleiben, so wie es in den USA sehr intensiv praktiziert wurde, ist nicht ratsam. Denn auf lange Sicht ist der Leistungsabfall aus den genannten Gründen Programm. Tatsächlich gab es bei IBM nachhaltige Erkenntnisse, dass die Produktivität der Heimarbeiter zunehmend litt.

Home-Office: Wenn der Fluss der Ideen zum Erliegen kommt

Das kommt nicht von ungefähr. Sobald der Mensch sich nicht mehr mit seinesgleichen misst, beginnt er Energie zu sparen. Das liegt in seiner Natur und gilt umso mehr für Mitarbeiter, die von vornherein nicht sonderlich leistungsorientiert sind, so genannte B- und C-Mitarbeiter. Werden diese dauerhaft ins Home-Office entsandt, kann sich die Führungskraft leicht ausmalen, was in der Tendenz passiert: Prokrastination auf ganzer Linie.

Experten halten dagegen, dass die Trendnadel gerade in Deutschland genau in die entgegengesetzte Richtung ausschlägt. Studien belegen tatsächlich, dass hierzulande nicht weniger, sondern immer mehr Arbeitnehmer ihre Arbeit von zu Hause aus erledigen. Einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge, ist es schon heute für 40 Prozent der Beschäftigten möglich, von daheim zu arbeiten.

Ein Widerspruch? Nicht unbedingt. Denn Unternehmen handhaben Home-Office-Regelungen hierzulande von vornherein anders als in den USA. Sie verabschieden ihre Mitarbeiter nicht tage- oder gar wochenlang ins Heimbüro, sondern bieten höchstens gemischte Lösungen an, wobei der erheblich geringere Teil der Arbeitszeit auf die Heimarbeit entfällt.

Checkliste: Home-Office ja oder nein?

Und dann wird Home-Office auch längst nicht jedem angeboten. Doch woran können Manager diese Pro- und Contra-Entscheidung festmachen?

Die folgende Checkliste hilft dabei:

  • Können Teile der Arbeit grundsätzlich vom Büroalltag abgekoppelt werden?
  • Sind berufliche Kontakte auch von zuhause aus gut zu betreuen?
  • Wird der Mitarbeiter von seinem Linienvorgesetzten so eingeschätzt, dass er auch zu Home-Office-Zeiten zuverlässig seiner Arbeit nachgeht?
  • Ist Home-Office für dessen Arbeitsfortschritt vielleicht sogar förderlich, weil sich der Arbeitnehmer in dieser Zeit To Do’s zuwenden kann, die höchste Konzentration erfordern?
  • Kann der Arbeitnehmer gewährleisten, dass alle betrieblichen Unterlagen nach Dienstschluss unzugänglich für Dritte aufbewahrt werden?
  • Verfügt der Arbeitnehmer über die räumlichen Voraussetzungen für ein Home-Office oder erledigt er seine Arbeiten am Küchentisch?
  • Ist Home-Office aus technischer und datenschutzrechtlicher Sicht einwandfrei realisierbar?
  • Erklärt sich der Arbeitnehmer zu festen Präsenztagen am Arbeitsplatz bereit?

Fallen diese Prüfungsschritte überwiegend positiv aus, kann ein Homeoffice-Arbeitsplatz zu einer deutlichen Effizienzsteigerung, größeren Zufriedenheit des Arbeitnehmers und damit zu einer gesteigerten Leistung für das Unternehmen führen. Aber wirklich nur dann!

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