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Zukunftsbranche „Internet der Dinge“: Wenn die Maschine den Reparatur-Roboter ruft

17. Dezember 2018 0


Vor über zehn Jahren hatten Wissenschaftler eine Vision: Intelligente Geräte sollten „denken lernen“ und zum Beispiel Warenflüsse selbst organisieren. Das war die Geburtsstunde des Internet of Things (IoT): Internet der Dinge. Inzwischen ist es aus dem Gröbsten raus und bietet IoT-Spezialisten spannende Zukunftsperspektiven. Für Arbeitgeber wird es allerdings schwer sein, diese für sich zu gewinnen. Denn die Experten sind rar. Doch es gibt eine Lösung…

Internet der Dinge: In der Realität angekommen

Das Internet der Dinge ist ein Sammelbegriff für Technologien, die miteinander vernetzt sind und intelligent  zusammenarbeiten. Es ist längst im Alltag der Verbraucher angekommen. Jeder kennt zum Beispiel Fitnessarmbänder. Sie erfassen Pulsfrequenz, Blutdruck oder Schrittanzahl und leiten die Informationen an eine Smartphone-App weiter. Die generiert daraus anschauliche Diagramme und Analysen und gibt passende Trainings-Tipps. Dank dieses Robo-Coachings hat der Anwender die eigene Fitness immer perfekt im Blick.

Gut möglich, dass irgendwann das System des Hausarztes Zugriff auf die Daten bekommt. Es könnte Herz-Kreislauf-Auffälligkeiten frühzeitig erkennen und Krankheiten diagnostizieren, noch bevor erste Symptome auftreten. Das würde Leiden verhindern und Kosten sparen.

Internet der Dinge: Das schlaue Zuhause

Abgesehen vom E-Health-Bereich hat das Internet der Dinge längst das Zuhause erobert. Smarte Kühlschränke überprüfen, welche Essensvorräte in ihnen lagern. Droht das Lieblingsprodukt auszugehen, bestellen sie es selbstständig nach.

Mit dem Internet der Dinge nimmt nicht zuletzt auch das Thema Industrie 4.0 an Fahrt auf. Heute werkeln Maschinen nicht mehr stumpf vor sich hin. Stattdessen sind sie von vorne bis hinten vernetzt. Das eröffnet neue Geschäftsmodelle, wie das Beispiel der Heller Maschinenfabrik in Nürtingen zeigt.

Sie stellt ihre Geräte ihren Kunden neuerdings über ein spezielles Mietmodell zur Verfügung. Anwender zahlen nur für die Zeit, in der sie die Maschinen nutzen. Für Kunden fallen nur dann Kosten an, wenn sie produzieren. Aus fixen werden so variable Kosten und Maschinenfabrikant Heller hat die Chance, seinen Kundenkreis auszuweiten.

Industrie 4.0: Die Vision einer vernetzten Zukunft

Das rechnet sich, weil das Internet der Dinge hilft, an anderer Stelle Kosten einzusparen. Das Prinzip: Die Nutzlaufzeit der Maschine wird automatisch erfasst, ausgewertet und an das SAP-System bei Heller weitergeleitet. Dieses erstellt ohne menschliches Zutun eine Rechnung und leitet sie an den Kunden weiter.

Künftig könnten durchgehend vernetzte Maschinen auf Basis Künstlicher Intelligenz sogar noch viel weitreichendere Entscheidungen treffen und nicht mehr nur wiederkehrende Routineprozesse steuern. In der Fertigung könnten intelligente Maschinen etwa auf in den Nachrichten gemeldete Wirtschaftsschwankungen oder Lieferengpässe von Zulieferern reagieren und automatisch die Produktion drosseln.

Internet der Dinge: Nachfrage nach Anwendungen wird steigen

Die Berater von Boston Consulting prognostizieren, dass Firmen in einer vernetzten Industrie 30 Prozent schneller und 25 Prozent effizienter produzieren werden. Solche Zahlen wecken Begehrlichkeiten. Experten gehen daher davon aus, dass die Nachfrage nach IoT-Anwendungen in den nächsten Jahren drastisch steigen wird.

Entsprechend nachgefragt werden auch IoT-Spezialisten auf dem Arbeitsmarkt sein. Das Job-Angebot in diesem Feld wächst bereits heute überdurchschnittlich, verkündet die Metasuchmaschine Joblift. Insbesondere die Industrie und Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) treiben das Internet der Dinge voran. Branchen wie das Gesundheitswesen üben sich hingegen noch in Zurückhaltung. Doch auch hier wird das Potenzial der steigenden Vernetzung die Nachfrage nach IoT-Spezialisten bald erheblich steigern, meinen Experten.

IoT-Fachkräfte sind rar

Arbeitgeber, die nach passenden Fachkräften suchen, müssen sich dann allerdings auf lange Wartezeiten einstellen. Denn IT’ler, die sich auf IoT verstehen, sind schon heute rar. Für Unternehmen bedeutet das vor allem eins: Wollen sie Personalengpässe vermeiden und sich schneller als der Wettbewerb im Bereich IoT weiterentwickeln, müssen sie klassische Pfade der Personalbeschaffung verlassen und die Dinge neu denken.

Oft unterschätzt: Die Arbeitnehmerüberlassung. Laut Erhebungen der Bundesagentur für Arbeit verfügt hier immerhin jeder zehnte in dem Bereich über einen akademischen Abschluss. Und es gibt Dienstleister, die sich ausdrücklich auf die Vermittlung von IT-Spezialisten konzentrieren. Wenn das kein Wink des Schicksals ist…

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