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Zukunftsprognose: Was wir aus der Krise lernen können

Zukunftsprognose: Was wir aus der Krise lernen können 16. April 2020 0


Shutdown, geschlossene Fabriken, Home-Schooling und Home-Office: Während sich die Welt noch im Krisenmodus befindet, blicken wir in die Zukunft. Was können wir aus der gegenwärtigen Krise lernen? Lässt sie sich als Chance nutzen? Darauf haben wir spannende Antworten gefunden.  

Hat der Stresstest in Sachen New Work während der Krise geklappt?  

Was wir in den vergangenen Wochen erlebt haben, war eine Art Stresstest in Sachen New Work. Insbesondere das Home-Office wurde von Studien gerne als heiliger Gral des New-Work-Zeitalters gepriesen. Die Vorteile lägen klar auf der Hand, hieß es immer:

  • Eine geringere Umweltbelastung, weil sich Arbeitnehmer die Fahrt zum Office sparen.
  • Mehr Zeit für Familie und Freunde, weil An- und Abfahrt wegfallen.
  • Mehr Flexibilität bei der Arbeit.

Nun stellen auch hartgesottene New-Work-Verfechter fest: Nur Home-Office ist auch keine Lösung. Denn es fällt beim ausschließlichen Remote Working auch Vieles weg, was jeder einzelne von uns liebgewonnen hat.

Krise zeigt Grenzen der schönen neuen Arbeitswelt 4.0 auf

„Diese Idee von der schönen neuen Arbeitswelt 4.0, in der alle zuhause sitzen und zufrieden vor sich hinarbeiten, ist nicht ohne weiteres haltbar“, sagt Professor Michael Knörzer, Leiter des HR:Lab bei APRIORI und Studienleiter an der eufom Business School in Frankfurt. „Viele Unternehmen machen zum Beispiel in der Krise die Erfahrung, dass das dezentrale und asynchrone Arbeiten führungsseitig doch eine große Herausforderung ist. Vieles, was im Büro mit einem kleinen Gespräch an der Kaffeemaschine zu managen wäre, ist über Webkonferenzen, am Telefon oder per Chat viel aufwändiger zu koordinieren und zeitlich anspruchsvoller.“

Knörzer geht daher davon aus, dass in der Post-Corona-Ära eine Neubewertung der modernen Arbeitsmethoden stattfinden wird. „Manche Unternehmen werden zu dem Ergebnis kommen, dass es mit dem Home-Office besser funktioniert hat als gedacht. Andere werden begreifen, sich dem Thema E-Leadership substantieller zuwenden zu müssen. Vielleicht müssen in diesem Zusammenhang auch Führungsbedarfe und -ressourcen neu bewertet werden.“

Bedeutet: Firmen und Arbeitnehmer müssen ihre Routinen für New Work erst noch entwickeln. Und dabei wird es um mehr gehen als eine angemessene Ausstattung mit Hard- und Software, nämlich den richtigen Mix aus Präsenz- und Heimarbeit, passgenaue Führungsstrukturen und den Aufbau der richtigen Leadership-Kompetenzen.

Wann kommt das Zeitalter der Smart Factory?

Und noch etwas hat die Krise gezeigt: Wie groß der Nachholbedarf in der Industrie in Sachen Digitalisierung ist. Selbst große Konzerne sind ganz offensichtlich weit entfernt von dem Zeitalter der Smart Factory. Und so standen Fließbänder in vielen Industrien still, weil Maschinen noch nicht eigenständig arbeiten.

In einem idealen Szenario hätte der Stillstand vermieden werden können, wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auf seinen Seiten nahelegt: Im Zeitalter der Smart Factory koordinieren Maschinen „selbstständig Fertigungsprozesse, Service-Roboter kooperieren in der Montage auf intelligente Weise mit Menschen, fahrerlose Transportfahrzeuge erledigen eigenständig Logistikaufträge. Industrie 4.0 bestimmt dabei die gesamte Lebensphase eines Produktes: Von der Idee über die Entwicklung, Fertigung, Nutzung und Wartung bis hin zum Recycling.“

In der Corona-Pandemie hätte ein solcher Digitalisierungsgrad Vieles verändert. In vielen Bereichen wären Produktionsstraßen nicht zum Erliegen gekommen, weil Maschinen naturgemäß immun gegen das Corona-Virus sind und hätten weiterarbeiten können. Im Ergebnis hätte die Weltwirtschaft weniger gelitten, weil Wertschöpfungsketten nicht ad hoc zusammengebrochen wären.

Breitbandausbau – wichtige Säule der Wirtschaft

Doch was wäre die Voraussetzung dafür? Auch hierfür findet sich auf den Seiten des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eine Antwort: „Ermöglicht wird die intelligente Fabrik dadurch, dass wir Computer und Sensoren immer kleiner und günstiger herstellen können und dass wir Breitbandverbindungen zur Verfügung haben, um so große Datenmengen schneller und effizienter austauschen und analysieren können.“

Unsere Prognose: In Zukunft dürfte in diesen Bereichen viel Arbeit auf uns zukommen und die Nachfrage nach Spezialisten wird steigen. Aber nicht nur im Engineering-Sektor muss Hand angelegt werden. Auch im Gesundheitswesen täte eine höhere digitale Durchdringung gut! In fast allen von der Krise gebeutelten Ländern geriet die Gesundheitsversorgung an ihr Limit. Um genügend Kapazitäten für Corona-Erkrankte frei zu halten, wurden nicht nur geplante Operationen gestrichen. Auch Behandlungen und Sprechstunden mussten abgesagt werden, damit Hochrisikopatienten nicht in die Nähe von coronaverseuchten Krankenhäusern kamen.

Digital Health – wann kommt die Digitalisierung des Gesundheitswesens?

Hier eröffnet Digital Health viele Möglichkeiten für die Gesundheitsversorgung. Diese ließe sich mit digitalen Hilfsmitteln nicht nur effizienter gestalten. Auch der Prozess von Diagnose bis zur Behandlung könnte individueller, wirkungsvoller und vor allen Dingen ortsunabhängig vonstatten gehen.

Bereits heute gibt es zum Beispiel kleine und kostengünstige Sensoren und Messgeräte, um Blutdruck und Blutzuckerspiegel zu bestimmen. Und: „Es gibt eine Infrastruktur leistungsfähiger Mobiltelefone und die Möglichkeit, große Datenmengen einfach zu übertragen, aber auch wichtige Fortschritte in der Datenspeicherung und -verarbeitung durch Cloud–Technologie und Künstliche Intelligenz (KI)“, merkt Peter Lasinger in einem Fachbeitrag an. Lasinger ist Co-Founder und Partner von capital300, einem europäischen Venture Capital Fonds (Series A), der neben Kapital insbesondere mit Know-how und Netzwerk ambitionierte Gründer von disruptiven Technologieunternehmen und unterstützt.

Vernetzung medizinischer Geräte nicht gegeben

Woran es allerdings hapert: An einer intelligenten und sicheren Vernetzung der Geräte. Ärzte könnten dann auf Basis des übermittelten Datenmaterials Ferndiagnosen stellen und Remote-Sprechstunden abhalten. Das würde die Arbeit von medizinischem Personal erleichtern und das Leben der Patienten verbessern, so Lasinger. Allerdings stehen wir hier noch am Anfang.

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist, dass sich die Gesundheitsbranche bei diesen Themen neu aufstellt. Denn der gesellschaftliche Mehrwert von Digital Health ist enorm: Krankheiten könnten künftig früher erkannt werden. Eine sich ausbreitende Pandemie hätte somit keine Chance mehr, weil intelligente Geräte eine Erkrankung sehr früh feststellen könnten.

Fazit: Die Corona-Pandemie hat die Potenziale und Grenzen von Remote Working, smarter Fabriken und des Themenbereichs Digital Health aufgezeigt. Allesamt Felder, denen sich weder Organisationen, Forscher, Arbeitnehmer, Patienten, Investoren oder die Politik  verschließen sollten. Im Gegenteil sollten alle Branchen und Beteiligten die sich bietenden Chancen erkennen und ergreifen. Je früher desto besser. (Photo by Austin Distel on Unsplash)

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