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Unternehmenskultur 4.0: Die Zukunft wirft ihre Schatten voraus

9. Februar 2021 0


  • Die Corona-Pandemie hat das Homeoffice einerseits salonfähig gemacht. Sie hat andererseits aber auch gezeigt: Der Mensch ist nicht geschaffen, um dauerhaft allein zu arbeiten.
  • Für die Zukunft prognostizieren wir hybride Arbeitswelten – eine Mischung aus Präsenzkultur und Homeoffice. Erste Vorläufer gibt es bereits.
  • Wir werfen einen Blick in die Unternehmenskultur der Zukunft.

Beispiel Yahoo: Warum eine passgenaue Unternehmenskultur so wichtig ist

Erinnern Sie sich noch an das Jahr 2013, in dem sich die Internetsuchmaschine Yahoo mit einem Schlag von ihrer reinen Homeoffice-Kultur verabschiedete? Egal, ob am Strand oder am Schreibtisch – eigentlich wollte der Konzern seine Leute dort herumtüfteln lassen, wo ihnen die besten Ideen kommen. Doch von diesem Modell verabschiedete sich die damalige Vorsitzende der Geschäftsführung, Marissa Mayer, von einem Tag auf den anderen wieder.

Und zwar ziemlich radikal. Das Memo, in der sie die rein virtuelle Unternehmenskultur beerdigte, war knallhart: „Bei Yahoo zu sein, das ist nicht nur ein Job, den man von Tag zu Tag erledigt. Es geht um eine Zusammenarbeit, die nur in unseren Büros möglich ist.“ Wem das nicht passe, der solle gehen.

Wann ist eine Unternehmenskultur wirksam, wann nicht?

Was war passiert? Dem Journal Business Insider zufolge hatte sich die Managerin vor allem daran gestört, dass man von vielen Mitarbeitern gar nicht mehr so recht wusste, was sie eigentlich machen – sofern sie überhaupt noch etwas für Yahoo machten.

Gut möglich, dass sich so mancher Manager heutzutage gerne ähnlich radikal vom Homeoffice verabschieden würde wie seinerzeit Marissa Mayer. Seit Wochen verrichten Arbeitnehmer ihre Aufgaben wegen der Pandemie in den eigenen vier Wänden, manche sogar seit Monaten. Doch so langsam zehrt die Arbeit im Homeoffice an der Motivation. Und wieder einmal  zeigt sich: Eine Unternehmenskultur, die rein auf die Arbeit von zuhause ausgerichtet ist, hat ihre Tücken.

Unternehmen müssen hinterfragen: Welche Unternehmenskultur passt zu mir?

Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Die Nerven vieler Arbeitnehmer sind zum Zerreißen gespannt, weil zuhause der eigene Nachwuchs herumtollt und wechselweise bespaßt oder beschult werden will. Und das alles parallel zur Arbeit.
  • Hinzu kommt, dass es eben doch etwas anderes ist, sich mit den Kollegen immer mal wieder nur kurz und knapp per Videokonferenz zusammenzuschalten, statt direkt die Köpfe zusammenzustecken.

Laut einer aktuellen Erhebung des Fraunhofer Instituts beobachten über 70 Prozent der Unternehmen bei ihren Beschäftigten derzeit regelrechte Entgrenzungserfahrungen. Kein Wunder, dass Arbeitnehmern unter diesen Umständen langsam aber sicher die Kraft abhanden kommt, bei der Arbeit Vollgas zu geben

Wie sieht die perfekte Unternehmenskultur der Zukunft aus?

„Der Mensch ist als soziales Wesen nicht für eine voll und ganz auf Telearbeit zugeschnittene Arbeitswelt gemacht“, konstatiert Professor Michael Knörzer, Leiter des HR:Lab bei APRIORI. „Gleichzeitig ist aber auch nicht davon auszugehen, dass das Homeoffice irgendwann wieder auf das Level vor Corona reduziert wird. Jetzt, da die Infrastrukturen vorhanden sind, werden sie auch weiter genutzt.“

Zumal virtuelles Arbeiten unter Nicht-Pandemiebedingungen ja durchaus auch Vorteile auf sich vereine:

  • Eine größere Flexibilität
  • Wegfallende Pendelei
  • Bessere Konzentrationsmöglichkeiten
  • Eine perfekte Vernetzung mit Kollegen, die nicht am gleichen Standort oder gar auf einem anderen Kontinent arbeiten

„Hinzu kommt, dass man sich per Knopfdruck mit allen möglichen Experten vernetzen kann. All das wird man nicht mehr missen wollen“, ist sich Knörzer sicher.

Hybride Formen des Zusammenarbeitens

Gleichzeitig steht für Professor Knörzer, der sich für die bald erscheinende APRIORI-Studie „12 Thesen zur ‚Zukunft der Arbeit‘“ intensiv mit der Arbeitswelt von morgen auseinandergesetzt hat, fest: Ganz ohne Präsenzphasen wird es in der Arbeitswelt der Zukunft nicht funktionieren. Die grundlegenden sozialen menschlichen Bedürfnisse nach Nähe und Miteinander müssen erfüllt werden. Daher ist seines Erachtens die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Unternehmenskultur der Zukunft auf hybride Formen des Zusammenarbeitens setzt. Einer Mischung also aus Homeoffice und Präsenzarbeit.

„Hybride Modelle spalten die Arbeitswelt in zwei Bereiche: Während im Homeoffice vor allem sehr fokussierte Tätigkeiten verrichtet werden, bei denen jede Ablenkung stört und sich negativ auf das Ergebnis auswirkt, wird in der Bürowelt das dominieren, was wir derzeit so schmerzlich vermissen“, so Michael Knörzer. „Hier wird der Austausch werden im Vordergrund stehen.“

Unternehmenskultur 4.0 ist auf Austausch angelegt

Dazu wird es neuen Büroarchitekturen bedürfen, die diesem Paradigmenwechsel in der Unternehmenskultur Rechnung tragen. Es wird keine Großräume mehr geben, in denen sich Schreibtisch an Schreibtisch reiht. Stattdessen treffen sich Mitarbeiter in Themenräumen, um Ideen zu generieren. Das kann der Lego-Raum sein, der zum gemeinsamen Tüfteln und Knobeln einlädt, der Dschungelraum mit vielen sauerstoffspendenden Pflanzen oder auch der Videospielraum zum gemeinsamen „Zocken“. Auch dabei entstehen produktive Gedanken.

Insgesamt wird das Büro der Zukunft eher einen Lounge- und Spielplatzcharakter haben – alles, was die Kreativität und den Ideenreichtum beflügelt, ist willkommen. Dazu gehören genauso gemütliche Ecken, in denen Mitarbeiter ihren Gedanken freien Lauf lassen können und auch eine Mensa, die eher an ein hippes Lokal erinnert als an eine Kantine. Hier wird nur Powerfood serviert. Der Mitarbeiter soll nach der Mittagspause schließlich nicht ins Suppenkoma fallen, sondern so fit wie möglich neue Einfälle generieren.

Vordenker der modernen Unternehmenskultur

Als einer der prominentesten Vertreter und Vordenker dieser Entwicklung gilt Steve Jobs, der verstorbene Apple-Gründer und einstiger CEO von Pixar. Er maß der Bedeutung von Kommunikation für den Unternehmenserfolg schon immer höchste Priorität zu. John Lasseter, CCO bei Pixar, beschreibt dessen Idee von einer Büroarchitektur, die Mitarbeiter geradezu zwingt, sich informell begegnen zu müssen, wie folgt:

„He had the theory of this big atrium that would be able to house the whole company for a company meeting, and that would have everything that gets you out of your office and into the center spine. It would draw you to the center, or have you crossing it, many times a day.“

„Letztlich wird jedes Unternehmen eine eigene Lösung finden müssen“, resümiert Professor Michael Knörzer. „Aber egal, wie das Bürokonzept der Zukunft letztlich aussieht – unserer Prognose nach werden Unternehmen auf jeden Fall intensiv in hochwertigen Büroraum investieren. Damit wird die Wertigkeit des Büros für den Unternehmenserfolg und als Ausdruck der Unternehmenskultur eher steigen als fallen. Der zwei- bis dreimalige Bürobesuch in der Woche wird dann Eventcharakter haben und erinnert nicht mehr an die grauen Bürotempel der Vergangenheit.“

Schöne neue Arbeitswelt? Und ob!

Die möglicherweise eingesparten Büromieten für die ins Homeoffice ausgelagerten Tätigkeiten bzw. Mitarbeiter könnten genutzt werden, um die verbleibenden Büroflächen noch besser auszustatten und attraktiv zu machen. „Sie werden als Großraumbüros in höchstwertigen Gebäuden mit hervorragender physischer und technischer Infrastruktur in zentralen Lagen und bester Verkehrsanbindung die Ankerzentren des Kernunternehmens repräsentieren und als für Mitarbeiter, Kunden und andere Stakeholder sichtbare Artefakte als Ausdruck der Unternehmenskultur eine noch wichtigere Bedeutung erhalten als heute“, so Knörzer. „Auf diese Aussichten kann man sich durchaus freuen.“

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