5 Innovations- und Kreativitätstechniken: So gelingt visionäres Denken

Autor: Sofia Dobbertin

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Allgemein

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5 Innovations- und Kreativitätstechniken: So gelingt visionäres Denken

Die Bedeutung von Innovations-und Kreativitätstechniken in der modernen Arbeitswelt steigt. Die 5 außergewöhnlichsten stellen wir Ihnen vor.

Innovations- und Kreativitätstechniken zur Ideenfindung und Bewertung

Lange galt: Wer sein Wissen für sich behält, kommt schneller voran. Doch die „Wissen-ist-Macht“-Zeiten sind vorbei. Nicht mehr, wer sein Know-how hütet, macht Karriere, sondern, wer es mit anderen teilt.

Denn das Tempo in der Arbeitswelt nimmt zu und die Halbwertszeit unseres Wissens parallel dazu ab. Das führt dazu, dass es auf viele offene Fragen keine fertigen Lösungen mehr gibt. Das gilt vor allem für Innovationsbranchen wie dem IngenieurwesenLife Sciences oder der IT. Hier sind verstärkt kreative und innovative Ansätze gefragt. Schneller finden sich diese, wenn sich viele austauschen und auf Ideen kommen, an die vorher noch keiner gedacht hat.

Diesen Prozess befeuern Innovations-und Kreativitätstechniken. Viele davon sind leicht in ein Unternehmen einzuführen und kostenschonend umzusetzen.

Technik 1: Brainwriting

Brainstorming kennt jeder, aber die Methode des Brainwritings setzt auf eine andere Technik, um Ideen gemeinsam auszuloten und zu entwickeln. Dazu sitzen alle Mitglieder eines Projektteams an einem Tisch. In der Mitte ein Stapel leerer Karten. Jeder nimmt sich eine und notiert darauf eine Idee zu einem zuvor festgelegten Thema.

Danach geht jede Karte reihum. Jeder Teilnehmer ergänzt, was ihm dazu einfällt. So entstehen facettenreiche Ideen, auf die der einzelne Mitarbeiter allein nicht gekommen wäre. Hat eine Karte einmal die Runde gemacht, wird sie wieder auf den Stapel gelegt. In der Phase danach können die Beteiligten beginnen, sich mit den Ideen inhaltlich auseinanderzusetzen.

Der Advocat des Teufels oder Advocatus Diaboli 

Doch wie lässt sich am schnellsten herausfinden, welcher Einfall taugt und welcher nicht? Hier hilft die Methode Advocatus Diaboli weiter. Ein Projektmitglied übernimmt dabei die Rolle des Advocatus Diaboli, dem Anwalt des Teufels.

Er versucht, die anderen Mitarbeiter mit stichhaltigen Argumenten von der Umsetzung einer Idee abzubringen. Hier erweist sich schnell, ob das Team in der Zwischenzeit wirklich alle Vor- und Nachteile einer Idee abgewogen hat und alle Gegenargumente entkräften kann. Kann es das nicht, sollte die Idee ganz schnell ad acta gelegt oder weiter verfeinert werden.

Technik 2: Working out loud

Um Ideen aber überhaupt entwickeln und äußern zu können, bedarf es einer gewissen Geisteshaltung:

  • Immer offen und neugierig an neue Dinge heranzugehen.
  • Eigenständig, aber auch mit Hilfe anderer innovative Möglichkeiten entdecken.
  • Eigene Ideen gut verkaufen zu können.
  • Den Mut, Niederlagen hinzunehmen.

All das lässt sich mittels Working out Loud trainieren. Dazu treffen sich vier bis fünf Beteiligte zwölf Wochen hintereinander für eine Stunde in einem so genannten Circle. Jeder Mitarbeiter tritt mit einem eigenen Ziel an. Dieses kann mit anderen Zielen überlappen, muss es aber nicht. In den Circle-Meetings unterstützen sich die Teilnehmer in aufeinander aufbauenden Gruppenübungen gegenseitig, ihre Vorhaben zu erreichen.

Zum Beispiel arbeiten sie gemeinsam bedeutsame Netzwerke für die jeweilige Zielerreichung heraus, trainieren, sich selbst sichtbarer zu machen und neue Ideen nachhaltig und überzeugend in das Netzwerk einzubringen.

Der Circle fungiert als ein geschützter Raum, der es ermöglicht, die jeweiligen Verhaltensweisen auszuprobieren, zu trainieren und erste Erfahrungen mit ihnen zu sammeln. Dazu gehört auch, Rückschläge und konstruktive Kritik auf dem Weg zum Ziel hinzunehmen und die Erfahrung zu machen: Nicht jeder Versuch führt direkt zum Erfolg. Nach dem „Circle-Training“ wissen Arbeitnehmer besser, wie sie sich selbst und ihre Ideen in die Arbeitswelt einbringen können.

Technik 3: Design Thinking 

Damit sind sie möglicherweise reif für visionäres Denken nach dem Design-Thinking-Prinzip. Das ist eine Innovations- und Kreativitätstechnik, mit der Mitarbeiter gedankliche Grenzen einreißen können, die sie bei der Entwicklung einer Idee behindern.

Dahinter steckt der Gedanke, dass es wichtig ist, sich beim Kreativprozess zunächst frei von störenden Hürden wie Budgetgrenzen oder technischen Einschränkungen zu machen. Denn die Gefahr ist groß, dass Ideen, die vielleicht doch machbar wären, erst gar nicht erst zu Ende gedacht werden.

Daher stellen sich Design Thinker in Projektgruppen Fragen wie:

  • Wie ließe sich aus einem guten Produkt, einer Dienstleistung oder einem Tool ein noch besseres machen?
  • Wie ließe sich die bisherige Arbeit mit dem zehn- oder 100-fachen des Budgets oder in zehn oder 100 Jahren erledigen?
  • Sie fragen sich ganz ernsthaft auch: Wie würde Superman die Sache angehen? Oder Spiderman? Oder Batman? Oder alle zusammen?

Nach dem ersten gedanklichen Höhenflug kommt der Realitätscheck: Wie könnte man sich dem gedachten Ideal unter den gegebenen Bedingungen bestmöglich annähern? Steht eine erste Idee, werden Prototypen hergestellt und getestet. Auf diese Weise erzeugt Design Thinking sehr praxisnahe, innovative Ergebnisse.

Bionik: Lösungen aus der Natur übertragen

Bionik – der Begriff ist vor allem aus dem technischen Bereich bekannt. Hier lösen Entwickler ein Problem, indem sie die Ideen von der Natur abschauen. Der Weg dorthin kann auch als eine von vielen Innovations-und Kreativitätstechniken verstanden werden: Phänomene aus der Natur werden aufgespürt, erforscht und auf technische Neuentwicklungen übertragen.

Inzwischen haben viele werkstoffsparende Konstruktionen zahlreiche Vorbilder aus der Natur. Ein anderes Beispiel sind Stoffe oder Lacke mit wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften. Die natürliche Vorlage lieferte die Lotusblume mit ihrer selbstreinigenden Oberfläche. Oft ist Vieles in anderer Form bereits da, man muss es nur erkennen und transformieren. Kreativität hat viele Gesichter

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