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Innovative Personalführung: Fehler immer feste feiern!

10. Februar 2016 0


Bild: Fotolia

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Früher wurden die High-Performer enthusiastisch gefeiert. Wer den dicksten Deal an Land zog, kassierte die fetteste Prämie. Jetzt rufen moderne Managementtheoretiker dazu auf, Fehler zu feiern. Was ist denn da los?

Bevor sich bei Managern nun die Stirn in Falten legt – vorab die Entwarnung. Natürlich sind gute Leistungen in der Arbeitswelt nach wie vor das A und O und sollten auch entsprechend gewürdigt werden. Was sich aber verändert hat, ist der Umgang mit vermeintlichen Fehlern. Das heißt aber nicht, dass Arbeitnehmer dazu aufgefordert würden, bewusst Fehler zu machen. Etwa, indem sie Kunden beleidigen, Zahlen manipulieren oder dergleichen. Nein!

Innovative Personalführung: Neues zulassen!

Vielmehr geht es darum, Missgeschicke, die aus Versehen passiert sind, nicht gleich als solche abzustempeln, sondern ihnen eine „zweite Chance“ zu geben. Vielleicht lassen sie sich ja für einen anderen als den eigentlich angepeilten Zweck gebrauchen? Innovationen wie Penicillin, Teflon Tesa oder Post it’s sind zum Beispiel genau aus solchen Versehen hervorgegangen. Inzwischen sind sie kaum mehr aus dem Alltag wegzudenken. Und wer weiß, wie viele Innovationen auf der Strecke geblieben sind, weil ihnen vorschnell das Etikett des Fehlers oder der abwegigen Idee aufgepappt wurde?

 

Das ist aber in einer Zeit, in der Innovation das einzige ist, was zum Wettbewerbsvorteil gereicht, fatal. Eigentlich streben alle Unternehmen Innovationen an, um neue Märkte zu erobern oder um der Konkurrenz die entscheidende Nasenlänge voraus zu sein. Dabei stehen sie sich mit einem falschen Verständnis von Fehlern aber selbst im Weg.

Innovative Personalführung: Ausgetretene Pfade verlassen

Schon länger fordern Experten Führungskräfte daher auf, die alten Pfade der Personalführung zu verlassen. Stattdessen sollen sie ihre Teams anleiten, weniger dogmatisch zu arbeiten und sich auf Gedankenexperimente einlassen. Gewiss keine leichte Kehrtwende.

In Managementkreisen wird diese Vorgehensweise aktuell unter dem Titel Design Thinking diskutiert. Ziel ist es, Visionen zu generieren, die man ansonsten gar nicht zu Ende gedacht hätte, weil sie als unrealistisch, fehlerhaft oder einfach nicht machbar abgetan worden wären.

Think Big lautet die Devise:

  • Wie ließe sich aus einem guten Produkt, einer Dienstleistung oder einem Tool ein noch besseres machen?
  • Wie ließe sich die bisherige Arbeit mit dem zehn- oder 100-fachen des Budgets oder in zehn oder 100 Jahren erledigen?
  • Wie könnte man sich diesem Ideal unter den gegebenen Bedingungen bestmöglich annähern?

Noch mehr Bewegung kam in die Sache, als Google mit seinem Innovationscampus von sich reden machte. Der Konzern leitet seine Mitarbeiter bewusst zu einem geradezu kindlichen Trial and Error an. Es gibt einen Erwachsenenspielplatz und Versuchslabore, in denen mit Knete, Lego oder Laserprintern neuen Ideen nachgehangen werden kann.

Innovative Personalführung: Von Google lernen

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Damit ist der Internetgigant anderen Firmen weit voraus. Während vielerorts der Begriff Design Thinking überhaupt erst ankommt, hat der Riese aus dem Silicon Valley bereits seine Firmenkultur darauf abgestimmt. Dabei geht es keinesfalls nur um die Neuaufstellung einzelner Abteilungen oder die Gründung einzelner Think Tanks, sondern alle, wirklich alle Mitarbeiter, sollen mitgenommen werden.

 

Denn Innovation Leadership, also innovativ zu führen bedeutet gerade nicht in engmaschigen Clustern zu denken. Und so schickt der amerikanische Innovator alle Mitarbeiter durch ein Trainingsprogramm, das sie befähigen soll, innovativ und kreativ zu denken. Dazu gehört auch, das Risiko einzugehen, Misserfolge hinnehmen zu müssen. Den Führungskräften trichtert der Konzern derweil ein, dass es in einem solchen Fall gilt, die Mitarbeiter zum Weitermachen zu ermutigen, sie konstruktiv zu einem neuen Lösungsweg anzuleiten oder mit ihnen gemeinsam zu entscheiden, dass das Projekt doch nicht den Sinn macht, den man sich erhoffte.

Innovative Personalführung: Scheitern gibt es nicht

Das ist dann aber kein Scheitern, sondern ein Projekt, das nicht zum avisierten Ziel führte. Punkt. Auf zum nächsten. Letztes ist ganz wichtig: Denn Innovation Leadership verlangt Führungskräften auch ab, zu erkennen, wann man den Stecker ziehen sollte. Wichtig dabei ist, dass diese Entscheidung nicht von oben nach unten gefällt und dem Mitarbeiter übergestülpt wird. Sie sollte schon gemeinsame gefällt werden.

 

Wer nun aber glaubt, alle Googles seien nur noch mit Lego- oder Knetskulpturen beschäftigt, irrt. Strikte Zielvorgaben sorgen schon dafür, dass sie sich auch an ihren Schreibtischen blicken lassen. Aber Google räumt seinen Mitarbeitern ein bestimmtes Zeitkontingent fürs gedankliche „Freidrehen“ ein.

Innovative Personalführung: Ideen brauchen Zeit

Werden hierzulande Mitarbeiter mit Aufgaben dermaßen überfrachtet, dass ihnen dafür nicht einmal die Zeit bliebe, selbst wenn sie es noch so sehr wollten, fordert Google seine Mitarbeiter explizit auf, sich Auszeiten zu nehmen. Der Konzern wartet daher auch mit einem sehr mitarbeiterfreundlichen Umfeld auf. In Stresskapseln lässt es sich hervorragend abschalten, Rutschen von der einen zur nächsten Etage dienen dem Spaßfaktor, von der kostenfreien Kantine mit Showküche auf Sterneniveau ganz zu schweigen. All das unterliegt der Idee: Wer sich rundum wohl fühlt, ist maximal motiviert und macht einen guten Job.

 

Führung als service

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Vieles ist zugegebenermaßen für Führungskräfte, die hierzulande ihren Job tun, nicht gar so einfach umsetzbar. Und schon gar nicht in den Dimensionen, in denen es die Amerikaner vormachen. Aber man kann auch im Kleinen lernen. Ein erster Schritt hin zur innovativen Führung wäre schon, statt in Meetings Ideen vorschnell mit einem „Ja, aber“ abzuwiegeln, auch mal ein „Ja, und“ zuzulassen.

 

Und natürlich führen Fachkräftemangel und demographischer Wandel unweigerlich zu einer Arbeitsverdichtung. Aber Hand aufs Herz: Könnte den einzelnen Mitarbeitern nicht dennoch mehr Zeit zum freien Denken zugestanden werden, indem so manches ausufernde Meeting verkürzt oder ganz abgesagt wird? Oder könnte nicht der ein oder andere Prozess zeitsparender gestaltet werden?

Innovative Personalführung: Innovation fängt im Kopf an

Fazit: Innovation fängt beim Kopf eines Unternehmens an und Innovation Leadership ist nur dann innovativ, wenn Ideen anderer nicht einfach nur nachgeahmt werden, sondern Konzepte entstehen, die exakt auf das eigene Unternehmen zugeschnitten sind. Daher gilt auch für Führungskräfte: Mehr Mut zum Experimentieren. Auch wenn es hier und da schief geht.

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