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Karriereseite: Die größten Fettnäpfe im Online-Recruiting

karrierewebseite 4. Januar 2017 0


Lange Zeit haben Unternehmen die Bedeutung ihrer Karriereseite als Recruiting-Kanal unterschätzt. Dementsprechend optimierungsbedürftig sind viele Unternehmensauftritte. Mitunter kommt es vor, dass beispielsweise sämtliche Seiten einer Homepage für Mobilgeräte optimiert wurden, einzig und allein der Karrierebereich nicht. Ebenso wenig kommt er im Corporate Design daher. Der Effekt: Die Karriereseite wirkt wie ein unliebsames Anhängsel der Homepage. Nachhaltiges Online-Recruiting und Personalmarketing sieht anders aus.

Smartphones und Tablets sind nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Egal ob in der U-Bahn, in Pausen, im Wartezimmer beim Arzt – Menschen haben sich daran gewöhnt, immer und überall online zu sein, um die letzten heißen News abzurufen, mit Freunden zu chatten und sich zu informieren. Leider ist ein Bereich davon häufig noch ausgegrenzt: Die Bewerbung.

Was sind die Bestandteile einer guten Karriereseite?

Spielen wir einmal folgendes Szenario durch, um näher zu erläutern, warum das fatale Auswirkungen haben kann: Viele Karriereportale bieten ihre Services inzwischen per App an. Das ist eine Einladung, sich mobil über vakante Stellen zu informieren!

In der Regel ist das im ersten Schritt auch kein Problem. Die Stellenanzeigen vieler Arbeitgeber lassen sich problemlos auf den kleinen Displays von Smartphones abrufen.

Was aber kommt, wenn der Bewerber noch ein bissen mehr über den Arbeitgeber erfahren will, als in der Stellenanzeige steht, gleicht leider allzu oft einem Personalmarketing-Trauerspiel.

Beim Klick auf den eingebundenen Link zur Karrierehomepage eines Unternehmens folgt häufig eine herbe Enttäuschung. Denn hier ist überhaupt nichts mehr mobil optimiert, der Leser muss lästig auf seinem Display hin- und herwischen und die Darstellung je nach Bedarf immer wieder verkleinern oder vergrößern. Mal ehrlich: Spaß macht das nicht.

Karriereseiten – viel verschenktes Potential

Doch insbesondere die so genannten Digital Natives, die mit dem Internet aufgewachsen sind, sind nicht nur an eine gute User Experience gewöhnt, sie setzen sie auch ganz selbstverständlich voraus. Das macht mindestens responsives Design und eine einheitliche Gestaltung der Karriereseiten notwendig.

Im schlimmsten Fall bedeutet die Abwesenheit dieser Faktoren den Tod des Recruiting-Prozesses: Der Bewerber springt ab und sucht bei einem anderen Arbeitgeber sein Glück. Er kann es sich schließlich leisten. Denn heutzutage haben Kandidaten die Wahl.

Eine Studie der Personalberatung APRIORI zum Thema Online und Mobile Recruiting zeigt, dass die Karriereseite als Tool in der Online-Rekrutierung immer wichtiger wird. 90 Prozent aller befragten Studenten und Young Professionals nutzen die Online-Angebote von Unternehmen bei der Selektion ihrer Bewerbungsaktivitäten. Ebenso viele geben an, dass die Arbeitgebermarke sie bei ihren Bewerbungsaktivitäten beeinflusst.

Dies zeigt die Multifunktionalität von Karriereportalen: Sie müssen potenzielle Bewerber über das Unternehmen im Allgemeinen und Einstiegsmöglichkeiten im Speziellen informieren, dabei ein bestimmtes Bild des Unternehmens vermitteln und schließlich zur Bewerbung animieren.

Karriereseite gestalten – aber wie?

Der Umkehrschluss: Unternehmen verpassen viele Recruiting Chancen, wenn sie ihre Karrierewebseite so stiefmütterlich behandeln wie in unserem Beispiel. Wer sich ansehen will, wie eine Karriereseite idealerweise aufgebaut sein kann, sollte sich einmal bei den Automobilherstellern BMW oder Daimler umschauen.

Sie haben ihre Inhalte nicht nur gut strukturiert, sondern diese beispielsweise auch für unterschiedliche Karrierestufen aufbereitet. Weitere Praxisbeispiele finden sich bei BASF, der Deutschen Bahn oder auch bei BOSCHE.ON oder Porsche werden ebenso häufig beim Ranking der besten Karriereseite genannt.

Was machen diese Unternehmen anders als andere? Auch hierüber gibt die APRIORI Studie Aufschluss. Dieser zufolge sind Karriereseiten aus Sicht der potentiellen Bewerber besonders beliebt, wenn sie nicht nur Informationen über reine Sachinhalte wie Traineeprogramme, Karrieremodelle und Führungskräfteentwicklung beinhalten, sondern auch emotionale Komponenten wie authentische Erfahrungsberichte von Mitarbeitern, Einblicke in den Arbeitsalltag und das Arbeitsambiente.

Warum Authentizität so wichtig ist

„Eine authentische Unternehmensdarstellung ist nicht nur aus Bewerbersicht wichtig, sondern liegt auch im Eigeninteresse der Unternehmen“, stellt Sebastian Berblinger, Vorstand bei APRIORI klar. „Durch eine nicht authentische Unternehmensdarstellung können zwei Fehler auftreten: Nutzer, die eigentlich gut zum Unternehmen bzw. seiner Kultur und den offenen Stellen passen würden, fühlen sich nicht angesprochen und unterlassen daher die Bewerbung. Dem Unternehmen gehen so wichtige Mitarbeiter auf ohnehin enger werdenden Arbeitsmärkten verloren.“

Der zweite Fehler, der passieren könne, sei die Bewerbung eigentlich unpassender Mitarbeiter. Berblinger: „Zumindest bindet diese Fehleinschätzung Ressourcen in der Bewerbungsadministration. Möglicherweise kommt es sogar zu einer Einstellung und die Fehleinschätzung wird erst im Verlauf der Probezeit deutlich oder äußert sich noch später in der Form von innerer Kündigung, schwacher Produktivität, Absentismus und Fluktuation.“

Karriereseite – wichtig fürs Personalmarketing

Was macht eine optimale Karrierehomepage aus? Was ist bei der Gestaltung unbedingt zu beachten? Und: Welche Fettnäpfe sollten bei der Gestaltung unbedingt umschifft werden? Die folgende Liste der fünf goldenen Regeln für die perfekte Karriereseite beantwortet die wesentlichen Fragen. Best Practice Tipps für die Karriereseite – here we go!

  1. Responsives Design und Corporate Identity: Der mit Abstand wichtigste Faktor ist die Mobiltauglichkeit einer Karrierewebseite und ein Look&Feel aus einem Guss. Nicht allein, dass Bewerber die Inhalte bequem und einfach heute über ihr Mobiltelefon abrufen wollen, die Seite sollte auch dem Design entsprechen, das die Bewerber von dem restlichen Internetauftritt kennen.Wer das im Karrierebereich nicht beherzigt, riskiert, dass sich der Kandidat als „Kunde zweiter Klasse“ behandelt fühlt. Er stellt sich schnell die Frage: „Bin ich es dem Arbeitgeber nicht Wert, dass er den Karrierebereich mit der gleichen Sorgfalt gestaltet wie die Seiten für die zahlende Kundschaft?“ Wertschätzung sieht anders aus!
  2. In Zeiten des mobilen Internets muss alles so einfach und nachvollziehbar wie möglich gestaltet sein. Online-Shops machen es längst vor: Jedes erdenkliche Produkt ist inzwischen mit wenigen Clicks erhältlich. Bei der Bewerbung geht es in der Regel weit komplexer zu: Schwer ausfüllbare Online-Formulare, die in einem Rutsch ausgefüllt werden müssen und nicht zwischengespeichert werden können. Stürzt der Computer ab, ist alles weg!Die Möglichkeit zur One-Click-Bewerbung würde vieles leichter machen: Ein Button auf der Karrierehomepage, der mit einem Klick die Daten aus dem LinkedIn-Profil eines Bewerbers in das Bewerbermanagement-System des Recruiters importiert. Bewerben könnte so einfach sein!
  3. An den richtigen Inhalten auf der Karrierewebseite kommt kein Unternehmen vorbei. Am besten eignet sich eine abwechslungsreiche Mischung aus Videocontent, Bildern, Grafiken und Text, die die folgenden Fragen beantworten sollte:
    • Wer sind wir?
    • Welche offenen Stellen bieten wir?
    • Was erwartet den Kandidaten im Unternehmen?
    • Was erwartet das Unternehmen vom Kandidaten?
    • Und: Welche Karrierechancen bestehen?
  4. Apropos Bilder und Videos: Bitte stets Fotos aus dem eigenen Büroumfeld wählen, keine inhaltsleeren und austauschbaren Stockfotos. Und ein Unternehmensvideo drehen, das die Atmosphäre im Büro widerspiegelt, das die Kollegen in ihrem echten Arbeitsumfeld zeigt und auch zu Wort kommen lässt.Bitte keine gestellten Inhalte, sondern echte, authentische Eindrücke. Bewerber können das sehr gut unterscheiden! Bei ihnen gilt ganz klar: Authentizität ist Trumpf!
  5. Wichtig ist auch eine gute Struktur und Gliederung der Karriereseiten. Ewig lange Texte ohne Punkt und Komma schrecken ab. Heutzutage sollten die Informationen gut gegliedert und strukturiert aufbereitet werden. Reiter helfen bei diesem Unterfangen.Die Texte selbst sollten den Leser mit Zwischenüberschriften an der Hand nehmen und immer mal wieder durch kurze Bulletpointlisten strukturiert werden. Ein schönes Ad-On ist auch ein Artikel-Karussell auf der Startseite, das Kandidaten den direkten Weg zu den wichtigsten Informationen weist.

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